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Die Courtage – maximal zwei Monats-Kaltmieten plus Umsatzsteuer – zahlt seit dem 1. Juni derjenige, der den Makler beauftragt hat.

Makler-Gebühr: So wird das Bestellerprinzip umgangen

München - Seit Montag gelten neue Regeln bei der Makler-Gebühr. Verbraucherschützer aber warnen: Manche Makler und Vermieter wehren sich mit Tricks gegen drohende Einbußen.

Maria W. war entsetzt. 2000 Euro Maklerprovision musste sie vor dem Einzug in ihre Wohnung bezahlen. Was die Erdingerin extrem ärgerte: Die Kontaktdaten der Makleragentur waren dieselben wie die des vermietenden Immobilenunternehmens – und auch die Verquickung der Geschäftsführung beider Unternehmen ließ klar erkennen, dass es sich um eine Scheinfirma handelte. Die Courtage war in diesem Fall reine Geldmacherei, eine echte Vermittlungsleistung gab es nicht.

Auch um solchen offensichtlichen Fällen von Abzocke einen Riegel vorzuschieben, hat die Bundesregierung das Mietrecht so geändert, dass seit Montag das Bestellerprinzip gilt. Wer bei der Vermittlung von Mietwohnungen oder -häusern einen Makler beauftragt, muss diesen auch bezahlen. Doch offenbar gibt es bereits kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes Maklerfirmen und Vermieter, die versuchen, das Gesetz zu umgehen – zumindest in Einzelfällen. So fordert etwa eine Immobilienfirma aus dem Münchner Umland Mietinteressenten, die sich bei dem Unternehmen nach einer freistehenden Wohnung erkundigen, auf, erst einen Suchauftrag an ein bestimmtes Maklerbüro zu richten. Und welch Wunder: Deren Büro residiert exakt unter der gleichen Adresse und hat denselben Inhaber. In einer Mietannonce der Immobilienfirma heißt es zudem, Besichtigungstermine führe nur mehr das besagte Maklerbüro durch.

Die Unterlagen zur Kontaktaufnahme mit dem Maklerbüro werde dem Kunden automatisch bei der Objektanfrage von Seiten der Immobilienfirma zugeschickt. Als Grund hierfür wird ausgerechnet auf das neue Maklerrecht verwiesen.

Eine Reihe von Wohnungen mit konkreten Daten finden sich auf der Internetseite der Makleragentur. Wer als Mieter in spe bei der betreffenden Maklerfirma anruft, bekommt auf die Frage, ob man bei einem der auf der Seite genannten Wohnungen eine Courtage zahlen müsse, zur Antwort: „Wir verlangen keine Makler-, sondern eine Abschlussgebühr.“ Auf der Internetseite der Maklerfirma heißt es, der Suchauftrag und die Bearbeitung seien kostenlos. Doch nach erfolgreichem Mietvertragsabschluss falle ein „im Suchauftrag vereinbartes Honorar an“.

Der Münchner Mieterverein hält derlei Konstruktionen unabhängig vom Einzelfall für rechtswidrig. Eine Sprecherin geht davon aus, dass „viele kleine und mittelgroße Firmen gegen das Gesetz verstoßen werden“. Die großen Immobilenanbieter würden sich aber sicherlich an das Bestellerprinzip halten, prognostiziert sie. „Bis die ersten Beschwerden bei uns eingehen, wird es ohnehin dauern.“ Schließlich hätten die Mieter, die zu Unrecht eine Courtage zahlen müssten, mindestens drei Jahre Zeit, um dagegen gerichtlich vorzugehen. „Und wer gerade einzieht, will sich auch bei guten Erfolgsaussichten nicht gleich auf einen Rechtsstreit mit seinem Vermieter einlassen“, so die Sprecherin.

Beate Schön, Mietrechtsexpertin des gemeinnützigen Online-Verbrauchermagazins Finanztip, sagt: Schon jetzt ist klar, dass sich viele Vermieter und Makler nicht an das Bestellerprinzip halten werden.“ Manche würden die Miete einfach um den Umfang der Courtage erhöhen. Der Mieterverein fordert deshalb die Staatsregierung auf, „für den Großraum München möglichst rasch die Mietpreisbremse einzuführen, damit diese Möglichkeit wegfällt“. Laut Finanztest würden Vermieter immer öfter hohe Ablösebeträge für Möbel oder anderes Inventar verlangen, um so die Maklergebühr wieder hereinzuholen. Der Mieterverein verweist jedoch darauf, dass die Gerichte hier gewisse Grenzen gesetzt hätten.

Der Maklerverband IVD Süd geht dagegen davon aus, dass sich die Branche abgesehen „von einigen schwarzen Schafen“ an das neue Gesetz halten werde.

Von Tobias Lill

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