Malta und Zypern werden Euro-Länder

Ab 2008: - Brüssel/Frankfurt - Die Eurozone wird größer: Malta und Zypern führen ab 1. Januar 2008 die europäische Gemeinschaftswährung ein. Die beliebten Ferieninseln im Mittelmeer haben Inflation und Schulden dauerhaft im Griff, urteilten die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank. Die Euro-Zone weitet sich damit auf 15 Länder mit rund 320 Millionen Bürgern aus.

Die dritte Vergrößerung des jungen Währungsgebietes muss von den EU-Finanzministern und den EU-Staats- und Regierungschefs im Juni bestätigt werden. Die Euro-Einführung nährt in Zypern Hoffnungen auf die Wiedervereinigung, der in Nord- und Südteil gespaltenen Insel.

EU-Währungskommissar Joaquín Almunia lobte, in Malta seien die praktischen Vorbereitungen für die Währungsumstellung bereits weit gediehen. Zypern dagegen müsse seine Anstrengungen verstärken. Beide Staaten erfüllen jedoch nach Auffassung der EU-Kommission die sogenannten Konvergenzkriterien, die Bedingung für den Beitritt zur Eurozone sind: Das Haushaltsdefizit Zyperns lag im vergangenen Jahr bei nur 1,5 Prozent und damit deutlich unter der im Stabilitätspakt vorgesehenen Grenze von 3 Prozent. Malta gelang es 2006 zum ersten Mal, sein Haushaltsdefizit unter die Maastricht-Grenze auf 2,6 Prozent zu drücken.

Die Gesamtverschuldungsquote liegt mit 65,3 Prozent in Zypern und 66,5 Prozent in Malta zwar über dem Grenzwert von 60 Prozent, geht aber zurück. Die Inflation in Zypern lag zuletzt bei durchschnittlich 2,0 Prozent und damit unter dem Referenzwert von 3,0 Prozent. In Malta betrug die Inflationsrate im Schnitt 2,2 Prozent. Schließlich blieben sowohl die Maltesische Lira als auch das Zyprische Pfund seit dem Beitritt der beiden Staaten zum Europäischen Wechselkursmechanismus am 2. Mai 2005 innerhalb der normalen Schwankungsbreite von plus minus 15 Prozent.

Zypern ist der letzte geteilte Staat in der Europäischen Union. Von der geplanten Euro-Einführung werden daher vorerst nur die 730 000 Einwohner in der griechischsprachigen Republik Zypern im Süden profitieren, nicht aber die 220 000 türkischsprachigen Zyprer im wirtschaftlich weniger entwickelten Norden der Insel.

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