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MAN-Vorstand Samuelsson nimmt seinen Hut.

MAN-Chef Håkan Samuelsson geht

München - Der Chef des von einer Schmiergeldaffäre erschütterten Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN, Håkan Samuelsson, räumt seinen Posten.

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Samuelsson habe sein Amt niedergelegt und werde das Unternehmen auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung verlassen, teilte MAN am Montagabend in München mit. Dem Vernehmen nach übernimmt Samuelsson die politische Verantwortung für die Affäre, mit der der Konzern seit Mai kämpft. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München stellte klar, dass nicht gegen Samuelsson ermittelt werde. “Herr Samuelsson wird bei uns nicht als Beschuldigter geführt.“ Es handele sich um eine unternehmerische Entscheidung. “Wir können keinen Zusammenhang mit dem bei uns geführten Ermittlungsverfahren erkennen.“

In der Schmiergeldaffäre geht die Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass vor allem im Lastwagen-Geschäft Verkäufer in den Niederlassungen Bestechungsgelder an Mitarbeiter von MAN-Kunden zahlten, um den Verkauf anzukurbeln. Im Visier sind weit mehr als 100 Beschuldigte. Das Geld soll teils über Konten von Angehörigen und Freunden der Empfänger geflossen sein. Seitdem musste bereits eine Reihe von Führungskräften bei MAN gehen, darunter der Vertriebsvorstand von MAN Nutzfahrzeuge, Peter Erichreineke.

Von MAN hieß es, Samuelsson wolle mit seiner Entscheidung dazu beitragen, dass sich das Unternehmen wieder voll und ganz seinen Kerngeschäften und seiner weiteren Entwicklung widmen könne. “Samuelsson ist zu der Überzeugung gekommen, dass es zum Wohle des Unternehmens einen personellen Neuanfang auf höchster Ebene geben sollte.“ Der Manager war seit 2005 MAN-Chef. Kommissarischer Nachfolger an der MAN-Spitze wird Georg Pachta- Reyhofen. Der Manager ist Chef der Dieselmotorensparte und wird beide Ämter zunächst in Personalunion wahrnehmen. Das Präsidium des Aufsichtsrats habe “größten Respekt“ vor Samuelssons Entscheidung, hieß es weiter in der Mitteilung. Es danke ihm für seine jahrelang geleistete Arbeit.

Seit 2000 habe der Schwede durch seinen Einsatz dazu beigetragen, MAN positiv weiterzuentwickeln. Nähere Angaben machte der Konzern zunächst nicht. “Das war allein der Wunsch von Herrn Samuelsson“, sagte ein Sprecher. Die Aktie reagierte zunächst mit einem deutlichen Kursplus auf die Nachricht, verlor dann aber wieder und schloss nur noch 0,30 Prozent höher bei 59,70 Euro. “Der Rücktritt ist negativ für MAN, weil Samuelsson ein exzellenter Manager war“, sagte ein Händler. Die IG Metall begrüßte Samuelssons Rückzug. “Aus Sicht der IG Metall müssen Manager die politische Verantwortung für gravierendes Fehlverhalten oder Missstände in ihrem Zuständigkeitsbereich übernehmen und entsprechende Konsequenzen ziehen“, teilte die Gewerkschaft mit. Bezirksleiter Werner Neugebauer erklärte, mit dem Rücktritt werde nach der Korruptionsaffäre der Weg frei für einen unbelasteten.

dpa

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