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MAN-Chef Hakan Samuelsson will im Schmiergeld-Skandal durchgreifen.

MAN-Chef will durchgreifen

München - Hakan Samuelsson will in der Schmiergeld-Affäre bei MAN durchgreifen. Er kündigte auch personelle Konsequenzen an. Es gehe um ein sauberes Geschäft, sagte er. 

MAN-Chef Hakan Samuelsson will in der Schmiergeld-Affäre des Konzerns konsequent durchgreifen. “Gesetzes- oder regelwidriges Verhalten wird nicht geduldet und zieht sowohl organisatorische als auch personelle Konsequenzen nach sich“, sagte Samuelsson in einem am Donnerstag im Intranet des Unternehmens veröffentlichten Interview. Es gehe dabei nicht darum, “einzelne nach vorn zu stellen“, sondern Fehlverhalten zu verhindern.

Nicht Marktanteil und operative Marge stünden für den Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern im Mittelpunkt, sondern ein sauberes Geschäft, betonte Samuelsson. “Kriminelle Energie darf bei MAN keine Chance haben.“ Die Staatsanwaltschaft München geht von einem jahrelangen Schmiergeldsystem bei MAN aus. Mit einer Großrazzia war die Affäre Anfang Mai ins Rollen gekommen. Die Ermittler haben den Verdacht, dass vor allem im Lastwagen-Geschäft Verkäufer in den Niederlassungen Bestechungsgelder an Mitarbeiter von MAN-Kunden zahlten, um den Verkauf anzukurbeln. Sie haben weit mehr als 100 Beschuldigte im Visier. Das Geld soll teils über Konten von Angehörigen und Freunden der Empfänger geflossen sein.

Allein in Deutschland werden für die Jahre 2002 bis 2005 Zahlungen von rund einer Million Euro geprüft. Im Ausland soll es um rund 13 Millionen Euro gehen. Mitte Mai hatte der Vertriebsvorstand der Nutzfahrzeugsparte, Peter Erichreineke, vorläufig seinen Posten geräumt. Samuelsson warb in dem Interview um breite Unterstützung bei der Aufklärung der Affäre. “Wer das Gefühl hat, etwas beitragen zu können, sollte sich jederzeit melden, zum Beispiel beim Compliance-Beauftragten oder beim Ombudsmann“, sagte der MAN-Chef.

Zugleich werde MAN auch mit den Behörden kooperieren, “um die Vorwürfe rasch und vollständig aufzuklären“. Für die Flaute auf dem Nutzfahrzeugmarkt sieht Samuelsson den Konzern trotz drastischer Auftragseinbrüche gewappnet. “2009, das ist klar, wird ein sehr schwieriges Jahr“, räumte er ein. Gegensteuern will er mit Kurzarbeit und einem bereits angekündigten Sparprogramm. Auch stabilisierten die Sparten Dieselmotoren und Turbomaschinen sowie der Augsburger Getriebehersteller Renk die Geschäfte. “Ich bin zuversichtlich, dass MAN gestärkt aus der Krise hervorgeht“, sagte Samuelsson.

dpa

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