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MAN führt in zwei Werken Kurzarbeit ein.

Produktion gedrosselt

MAN führt Kurzarbeit ein

München - Tausende Mitarbeiter hat MAN bereits in den Zwangsurlaub geschickt. Wie erwartet beantragte der Konzern für das neue Jahr nun auch Kurzarbeit. Die Rezession in vielen Euro-Ländern trifft den Lkw-Bauer hart, doch Panik will die VW-Tochter nicht verbreiten.

 MAN schickt wegen der schwachen Lkw-Märkte im neuen Jahr tausende Beschäftigte in Kurzarbeit. „Wir werden nach der Weihnachtspause vom 14. Januar an Kurzarbeit in zwei Werken einführen“, sagte der Chef der Lastwagensparte, Anders Nielsen, der „Süddeutschen Zeitung“. Die VW-Tochter leidet wie Volvo oder die VW-Schwester Scania unter der Krise in vielen Ländern Europas. „Wir spüren sie deutlich, aber es wird auch wieder besser werden.“ Der Einbruch sei nicht mit 2009 vergleichbar, wo wegen der Finanzkrise nach einer Boom-Zeit die Märkte fast über Nacht zusammenbrachen.

Das Lastwagengeschäft sei eben ein zyklisches Geschäft mit Höhen und Tiefen, sagte Nielsen. „Jetzt geht es gerade abwärts.“ Der Konzern hatte bereits bei Vorlage der Zahlen für die ersten neun Monate angekündigt, Kurzarbeit zu prüfen. Bereits im November hatte MAN Mitarbeiter in Salzgitter und München in den Zwangsurlaub geschickt, auch zwischen den Jahren ruht die Produktion. Dafür müssen die Mitarbeiter Urlaubstage nehmen oder ihre Zeitkonten leeren. Die anschließende Kurzarbeit betrifft in München 3500 und in Salzgitter 1800 Mitarbeiter. Wie lange die Maßnahme dauern werde, sei offen.

Ein Stellenabbau in der Stammbelegschaft sei keine Thema. MAN nutze die Kurzarbeit, um Nachfrageschwankungen auszugleichen. „Außerdem haben wir inzwischen fast keine Leiharbeiter mehr beschäftigt“, sagte Nielsen. Der Konzern hatte im dritten Quartal einen Gewinneinbruch verbucht. Die Rezession in vielen Euro-Ländern und die Unsicherheit wegen der Euro-Krise macht allen Lkw-Bauern derzeit das Leben schwer. In der Krise werden weniger Waren transportiert, die Nachfrage nach neuen Lastwagen sinkt, zudem halten sich wegen der Lage Spediteure mit neuen Bestellungen sehr zurück.

Langfristig hofft die Branche auf Wachstum, denn der Krise zum Trotz wird der Güterverkehr in den kommenden Jahren wohl weiter anschwellen. Strengere Abgasregelungen und steigende Spritkosten dürften die Nachfrage nach neuen, sparsameren Lastwagen weiter erhöhen. Zudem will Nielsen die Geschäfte in den Wachstumsmärkten außerhalb Europas ankurbeln. In Brasilien etwa ist MAN dank des einst von VW übernommenen Lkw-Geschäfts Latin America bereits gut aufgestellt. „Aber das ist nur ein Anfang, eine solche strategische Ausrichtung dauert eine lange Zeit“, sagte Nielsen.

Doch MAN soll nicht nur mehr Lastwagen verkaufen, der Konzern will auch mehr an den Fahrzeugen verdienen. Wie profitabel das Geschäft läuft, lässt sich etwa an der Umsatzrendite messen, die den Gewinn in ein Verhältnis zum Umsatz setzt. 2011 lag diese Rendite in der Sparte Truck & Bus bei 6,3 Prozent, 2010 waren es 2,1. Viel höher dürfte der Wert in diesem Jahr nicht ausfallen. Doch Nielsen ist ehrgeizig: „Mir schwebt langfristig eine Rendite von gut 10 Prozent vor.“

dpa

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