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Auch MAN-Finanzvorstand Karlheinz Hornung legt seinen Posten nieder.

MAN-Krise: Auch Finanzvorstand Hornung geht

München - Die Führungskrise beim Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN verschärft sich: Nur wenige Tage nach dem Rückzug von Konzernchef Håkan Samuelsson räumt auch Finanzvorstand Karlheinz Hornung seinen Posten.

Der 58 Jahre alte Hornung habe „aus persönlichen Gründen“ angeboten, sein Vorstandsmandat mit Wirkung zum 11. Dezember niederzulegen, teilte die MAN SE am Freitag mit. „Dieser Schritt ist nicht in Zusammenhang mit dem derzeit laufenden Compliance-Verfahren zu sehen“, erklärte Hornung laut Mitteilung mit Blick auf die Schmiergeld-Affäre. Der Manager leitet das Finanzressort von MAN seit Anfang 2006. Über seinen bevorstehenden Abgang war bereits in den vergangenen Tagen spekuliert worden.

Mit dem Schritt Hornungs verliert MAN innerhalb weniger Tage seine beiden wichtigsten Top-Manager. Nach Informationen aus Branchenkreisen muss zudem der Chef der Nutzfahrzeugsparte von MAN, Anton Weinmann, um seinen Job bangen. Sowohl Hornung als auch Weinmann würden Versäumnisse bei der Aufarbeitung der Korruptionsaffäre angelastet, hieß es zuletzt in Zeitungsberichten. Konzernchef Samuelsson hatte erst zu Wochenbeginn sein Amt niedergelegt und damit dem Vernehmen nach die Verantwortung für die Korruptionsaffäre übernommen, die das Unternehmen seit Mai in Atem hält.

Die Staatsanwaltschaft München geht dem Verdacht nach, dass im Lkw- und Bus-Geschäft Verkäufer von MAN Bestechungsgelder an Mitarbeiter von Kunden zahlten, um den Verkauf anzukurbeln. Weit mehr als 100 Beschuldigte sind im Visier der Behörde. Samuelsson und Hornung gehören allerdings nicht dazu: Auch gegen Hornung werde nicht ermittelt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Ein Nachfolger für den MAN-Finanzchef ist noch nicht benannt. „Das ist Angelegenheit des Aufsichtsrates“, sagte ein MAN-Sprecher. Samuelssons Aufgaben hatte der Chef der Dieselmotoren-Sparte, Georg Pachta-Reyhofen, kommissarisch übernommen. Die Führungskrise kommt für das Unternehmen in schwieriger Zeit: Im Kerngeschäft mit Lastwagen ist nach den massiven Einbrüchen keine rasche Erholung in Sicht und auch die anderen Sparten Dieselmotoren und Turbomaschinen dürften in nächster Zeit von der Konjunkturflaute erfasst werden.

In die Hände spielen dürfte der Führungswechsel allerdings dem mächtigen VW-Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch. Er könnte damit freie Bahn haben, die Allianz zwischen MAN, VW und Scania voranzutreiben. Volkswagen ist mit knapp unter 30 Prozent größter Aktionär von MAN und hält zudem mehr als 70 Prozent der Stimmrechte am schwedischen Lastwagenbauer Scania.

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