MAN: Konzern bleibt, aber 500 Mitarbeiter müssen gehen

- München - Der neue MAN-Chef Hakan Samuelsson will an der Strategie eines breit aufgestellten Nutzfahrzeuge- und Maschinenbaukonzerns festhalten. Unter seiner Führung solle das Unternehmen zwar verschlankt, aber nicht zerschlagen werden, sagte der 53-jährige Schwede nach der Hauptversammlung in München. Nicht allen Beschäftigten nutzt diese Ankündigung. In diesem Jahr will MAN trotz florierender Nachfrage nochmals 500 Arbeitsplätze zusätzlich abbauen.

<P>Der MAN-Aufsichtsrat hatte Samuelsson vor der Hauptversammlung zum Nachfolger des Vorstandsvorsitzenden Rudolf Rupprecht berufen, der Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Die Entscheidung im Aufsichtsrat fiel einstimmig. "Der Aufsichtsrat ist überzeugt, dass Herr Samuelsson die MAN-Gruppe mit Erfolg führen und auf die künftigen Herausforderungen ausrichten wird", sagte Aufsichtsrats-Chef Volker Jung. Der Schwede habe durch effektives Kostenmanagement die Profitabilität der Lastwagen- und Bussparte deutlich gesteigert. Neuer MAN-Nutzfahrzeuge-Chef wird Anton Weinmann, bisher Controlling-Vorstand der Sparte.</P><P>"Ich werde die Firma mit den Nutzfahrzeugen und den anderen Bereichen weiter entwickeln", sagte Samuelsson. Allerdings dürfe es keine Quersubventionierung zwischen den Bereichen geben. MAN stellt unter anderem Lastwagen, Druckmaschinen und Dieselmotoren her. In den ersten fünf Monaten nahm das Unternehmen kräftig Fahrt auf. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte um 22 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro zu. Im Monat Mai wuchsen die Bestellungen sogar um 34 Prozent.</P><P>Hälfte des Stellenabbaus in Deutschland</P><P>Wegen der hohen Nachfrage erhöhte Rupprecht die Prognosen für das laufende Jahr leicht. "Beim Auftragseingang sollten wir nahe an einen prozentual zweistelligen Zuwachs herankommen", sagte der scheidende MAN-Chef. Das Plus beim Umsatz werde zwar etwas geringer ausfallen, aber auch hier sei man optimistischer geworden. Bisher hatte MAN einen Zuwachs von sechs Prozent bei Umsatz und Ergebnis angekündigt. Das Ergebnis vor Steuern will MAN weiterhin um mehr als 50 Prozent auf etwa 400 Millionen Euro steigern.</P><P>Trotz des lebhaften Geschäfts soll der Stellenabbau bei MAN forciert werden. Betroffen von den 500 zusätzlichen Stellen in diesem Jahr seien vor allem Arbeitsplätze beim Raumfahrt-Zulieferer MAN Technologie und im Bogenmaschinenbereich sowie in Dänemark im Zuge der Zusammenlegung von Fertigungsstätten, sagte Rupprecht. Etwa die Hälfte des zusätzlichen Stellenabbaus entfällt auf Deutschland. Bisher hatte MAN bereits den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen in Deutschland in diesem Jahr angekündigt. In den vergangenen Jahren waren konzernweit 6000 Stellen gestrichen worden. MAN beschäftigte Ende des vergangenen Jahres 64 000 Menschen weltweit.</P><P>Geplante Trennung von Raumfahrt-Zulieferer</P><P>Rupprecht und Samuelsson wollen den Verkauf von Randbereichen vorantreiben. Trennen will sich der Konzern unter anderem vom Raumfahrt-Zulieferer MAN Technologie und den Schwäbischen Hüttenwerken. Auf der Hauptversammlung wurde die Ausgliederung des Bogenmaschinen-Bereichs in der Druck-Sparte mit 550 Millionen Euro Umsatz und 3700 Mitarbeitern angekündigt. Rupprecht schloss einen Verkauf nicht aus.</P>

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