MAN-Konzern verdoppelt Gewinn auf fast eine Milliarde Euro

Positiver Ausblick: - München -­ Nach einer Reihe von Rekordjahren hat der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN erneut sein Tempo erhöht und das Ergebnis auf nahezu eine Milliarde Euro verdoppelt. Auch in diesem Jahr will die MAN AG weiter Gas geben. Die verpatzte Übernahme von Scania hingegen war "nur ein Vorschlag".

Die Übernahme des schwedischen Konkurrenten war am Management von Scania und vor allem an den beiden größten Anteilseignern Volkswagen und Investor gescheitert. "Unsere Meinung zählt weniger als die der zwei Großaktionäre, das müssen wir akzeptieren", räumte Håkan Samuelsson, Vorstandsvorsitzender der MAN AG, ein. Jetzt sei erst einmal eine Phase des "cool down" notwendig, um die erhitzten Gemüter abzukühlen. "Das brauchen wir alle, einschließlich wir selbst", betonte Samuelsson wiederholt.

Langfristig will MAN an dem Konzept einer industriellen Partnerschaft mit dem schwedischen Lkw-Bauer, für den MAN 10,3 Milliarden Euro geboten hatte, festhalten. "Wir haben Geduld", sagte Samuelsson. Derzeit gebe es keine weitere Initiative seitens der Münchner, man warte ab. Sehr wohl aber gebe es Gespräche auf allen Ebenen mit VW. Der Wolfsburger Konzern ist auch bei MAN Hauptaktionär. Für MAN sei es gut, mit VW einen stabilen, langfristigen industriellen Aktionär zu haben. Scania sei ein guter Partner. "Es ist von Vorteil, wenn wir uns in Europa zusammenschließen, wir werden das weiterverfolgen", so Samuelsson.

Einen "Plan B" habe MAN nicht, etwa der US-Lkw-Hersteller Navistar, mit dem MAN kooperiert, anstelle von Scania. Sorge um die eigene Unabhängigkeit mache sich der MAN-Chef nicht, auch nicht um seine Position an der Spitze des Münchner Konzerns. Scania-Chef Leif Östling hatte gegen das Werben Samuelssons für einen Zusammenschluss derart polemisiert, dass eine Zusammenarbeit der beiden Schweden schwer vorstellbar ist. 20 Millionen Euro hat MAN für das Scania-Projekt laut Finanzvorstand Karlheinz Hornung ausgegeben.

"Die Auslastung ist extrem gut", sagte Hornung. Alle Produktionskapazitäten im Konzern waren 2006 voll ausgelastet. Deshalb habe die Umsatzentwicklung nicht mit dem hohen Auftragseingang Schritt halten können. Der Jahresüberschuss ­ das beste Ergebnis der Konzerngeschichte ­ verdoppelte sich auf 925 Millionen Euro.

Aktionäre werden mit deutlich höherer Dividende belohnt

MAN verkaufte im vergangenen Jahr weltweit 87 160 Lastwagen und Busse. Bis zum Jahr 2010 sollen es 110 000 Lkw und Busse sein. Drei neue Werke für Nutzfahrzeuge hat MAN in Mexiko, Indien und Polen errichtet. Auch alle anderen Bereiche wie Schiffsmotoren, Industriedienstleistungen und Turbomaschinen hätten zum Erfolg der Gruppe beigetragen. Die Aktionäre werden am Gewinn mit einer höheren Dividende plus Bonus von insgesamt zwei Euro je Aktie beteiligt.

Der Ausblick sei sehr positiv. Man erwarte, dass sich der Auftragseingang auf sehr hohem Niveau stabilisiere. Der Umsatz 2007 werde über fünf Prozent und das Ergebnis dazu überproportional zulegen. Als Umsatzrendite für den Gesamtkonzern peilt Samuelsson neun Prozent an.

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