Lkw-Bosse: MAN-Chef Andreas Tostmann (re.) und sein Scania-Kollege Henrik Henriksson.
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Ohne Maske: MAN-Chef Andreas Tostmann (re.) und sein Scania-Kollege Henrik Henriksson.

Lkw-Bauer

Corona: MAN-Chef postet Foto ohne Schutzmaske – Mitarbeiter entsetzt: „Unfassbar“

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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MAN-Chef Andreas Tostmann hat mit seinen knallharten Sparplänen viele Mitarbeiter vor den Kopf gestoßen. Jetzt sorgt der Boss des Münchner Lkw-Bauers mit einem LinkedIn-Post für Unmut.

  • MAN gehört mit dem schwedischen Wettbewerber Scania zur VW-Tochter Traton.
  • Jetzt sind die Traton-Bosse zu einer Strategie-Sitzung in Schweden zusammen gekommen.
  • Die Stimmung war offenbar gelöst, wie ein Beitrag von MAN-Chef Andreas Tostmann auf LinkedIn demonstrieren soll. Doch genau das erweist sich nun als Problem.
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München – In Corona-Zeiten gilt eigentlich eine ganz einfache Regel: Abstand halten, Hygiene beachten und Maske tragen. In vielen Unternehmen wird das streng kontrolliert.

Beim Münchner Lkw-Bauer MAN schicken sie dafür extra eigene Corona-Teams vom Werkschutz auf Streife. Mehrmals täglich patrouilliert die Truppe über das weitläufige Werksgelände am Münchner Stadtrand und sieht nach dem Rechten. Wer seine Maske nicht aufhat, kriegt einen freundlichen Hinweis - oder eine Mitteilung an den direkten Vorgesetzten.

Doch ausgerechnet MAN-Chef Andreas Tostmann nimmt es mit dem Corona-Schutz offenbar nicht so genau. Am Mittwoch postete der Konzern-Sanierer auf LinkedIn ein Foto, das ihn mit Scania-Boss Henrik Henriksson zeigt – mit Mini-Abstand und ohne Maske. Es sei, witzelte Tostmann über das Foto aus der Scania-Zentrale im schwedischen Södertälje, „richtig kalt hier. So kalt“, das ihm Henriksson mit einer Jacke aushelfen müsse.

Bei den MAN-Beschäftigten im Stammwerk in München sorgt die Nonchalance des Spitzenmanns für Entsetzen. „Unfassbar“, sagte ein MAN-Werker am Donnerstag gegenüber Merkur.de, „Wahnsinn. Was ist mit dem Mann los?“, fragte ein anderer. Während die Bandarbeiter mehrmals täglich kontrolliert würden, „macht Tostmann einen auf ganz locker“.

Auch PR-Experten schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. „Gerade in diesen Zeiten ist es noch wichtiger als sonst, dass ein Vorstandschef seiner Vorbild-Funktion gerecht wird“, heißt es aus Branche.

Am Stammsitz der VW-Tochter in München hat sich der Ingenieur mit seinen Sparplänen im vergangenen Jahr ohnehin den Unmut der Belegschaft zugezogen. Nach monatelangen, teils erbittert geführten Verhandlungen hatte sich die VW-Tochter Ende Januar mit dem Betriebsrat auf den Abbau von 3500 Stellen in Deutschland geeinigt. Ursprünglich hatte der Konzern bis zu 9500 Jobs streichen wollen. Zudem stehen die Standorte Plauen (Rheinland-Pfalz) und das Werk im oberösterreichischen Steyr weiter zur Disposition.

MAN: Konzernchef schickt Corona-Test-Ergebnisse hinterher

So ganz wohl dürfte Tostmann bei seinem LinkedIn-Beitrag am Ende aber wohl selbst nicht gewesen sein. „Zur Info“, teilte er kurz nach Veröffentlichung des Fotos auf dem Karriereportal noch mit: „Wir beide wurden vorab getestet. Beide Ergebnisse waren negativ.“

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