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MAN: Münchner Lkw-Bauer schickt Mitarbeiter in Kurzarbeit - Halbleiter-Mangel hat herbe Folgen

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Von: Thomas Schmidtutz

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MAN: Der Münchner Lkw-Bauer muss wegen der grassierenden Engpässe bei Halbleitern die Produktion drosseln.
MAN: Der Münchner Lkw-Bauer muss wegen der grassierenden Engpässe bei Halbleitern die Produktion drosseln. © Peter Kneffel/dpa

Die weltweiten Lieferengpässe bei Halbleitern zieht immer weitere Kreise. Jetzt hat es auch den Münchner Lkw-Bauer MAN erwischt.

München – Der Münchner Lkw-Bauer MAN muss wegen fehlender Halbleiter die Produktion an seinen deutschen Standorten drosseln. „Aktuell fallen einzelne Schichten an den Standorten München, Nürnberg und Salzgitter aus“, erklärte eine Konzernsprecherin am Montag gegenüber Merkur.de. Der Schichtausfall werde durch den Abbau von Überstunden und Kurzarbeit ausgeglichen, hieß es.

Bereits in der vergangenen Woche hatte MAN in seinem Stammwerk in München die Produktion am Donnerstag und Freitag eingestellt. Auch in dieser Woche sollen die Bänder am Donnerstag und am Freitag stillstehen. In der kommenden Woche plant das Unternehmen in München weitere Ruhetage am Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag, heißt es aus Unternehmenskreisen. Dazu wollte sich die Sprecherin jedoch nicht äußern. Man schaue derzeit von „von Tag zu Tag“, hieß es.

MAN: Münchner Lkw-Bauer rechnet nicht mit rascher Erholung

Mit einer raschen Erholung bei der Versorgung mit Halbleitern rechnet der Lkw-Bauer derzeit aber nicht: „Aufgrund der anhaltenden Versorgungsengpässe werden wir uns die kommenden Monate mit dem Programm stärker an die schwankenden Gegebenheiten anpassen müssen. Dadurch kann es an den verschiedenen Produktionsstandorten zu weiteren Produktionsausfällen kommen“, erklärte die Unternehmenssprecherin.

Angesichts der Entwicklung sei daher auch unklar, wie groß der Produktionsausfall im laufenden Jahr werden könne, hieß es. MAN gehört über die Lkw-Holding Traton zum Volkswagen*-Konzern.

MAN: Halbleiter-Mangel trifft gesamte Branche

Erst vor anderthalb Wochen hatte Traton wegen der weltweiten Lieferschwierigkeiten bei Halbleitern vor schwächer als erwarteten Verkäufen bei MAN, Scania, Navistar sowie der brasilianischen Lkw-Tochter VW Caminhões e Ônibus gewarnt. In den weltweiten Lieferketten mangele „es nicht nur an Halbleitern, es fehlen auch zahlreiche weitere Produkte“, sagte der inzwischen ausgeschiedene Traton-Chef Matthias Gründler.

MAN ist längst kein Einzelfall. Mitte September musste auch MAN-Konkurrent Daimler Trucks die Bänder im Lkw-Werk in Wörth vorübergehend anhalten.

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