MAN-Truck: Der Münchner Lkw-Bauer steht vor tiefen Einschnitten bei Standorten und Personal.
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MAN-Truck: Der Münchner Lkw-Bauer steht vor tiefen Einschnitten bei Standorten und Personal.

Video-Botschaft 

MAN-Chef schlägt im Intranet Alarm: „Ohne VW wäre die Lage existenzbedrohend“

  • Thomas Schmidtutz
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Beim Münchner Lkw-Bauer MAN ist die Lage offenbar ernster als bislang bekannt. Dies machte der neue Konzernchef Andreas Tostmann in einer internen Videobotschaft deutlich, die Merkur.de vorliegt.

  • Der Münchner Lkw-Bauer MAN steht vor tiefen Einschnitten.
  • Konzernweit sind bei dem Unternehmen bis zu 9500 Stellen in Gefahr - alleine in Bayern 4200.
  • Intern ist die Lage wohl noch schlimmer als bislang bekannt.

München - Beim Münchner Lkw-Bauer MAN ist die wirtschaftliche Lage offenbar schlimmer als bislang bekannt. MAN befinde sich „in einer sehr schwierigen Situation“, sagte MAN-Chef Andreas Tostmann in einer am Freitag im firmen-eigenen Intranet verbreiteten Video-Ansprache an die Mitarbeiter. Knapp 400 Millionen Euro Verlust im ersten Halbjahr sprächen eine „sehr deutliche Sprache“. „Ohne den Volkswagen-Konzern im Rücken wäre die Lage existenzbedrohend“, mahnte Tostmann in dem Video, das Merkur.de* vorliegt.

Die Nutzfahrzeugbranche stehe vor einer Revolution, sagte Tostmann mit Blick auf E-Antriebe und Wasserstoff. MAN wolle bei alternativen Antrieben Vorreiter sein. Dies gelte auch für Digitalisierung und Automatisierung. Daher müsse der Konzern entsprechend investieren. Das Geld dafür habe MAN aber „im Moment nicht“. Den nötigen finanziellen Freiraum müsse das Unternehmen nun durch die angekündigte Restrukturierung schaffen. 

VW-Tochter MAN: „Beim Umbau keine Tabus“

Beim Umbau werde es „keine Tabus geben“, stellte Tostmann klar. „Alles kommt auf den Prüfstand.“ Zugleich stellte der Chef von MAN Truck & Bus die Mitarbeiter intern auf weitreichende Maßnahmen ein. Es werde „harte Einschnitte geben“, kündigte der Konzernchef an. Angesichts der prekären Lage hat die Bayerische Staatsregierung bereits Unterstützung signalisiert.

MAN hatte am Freitagmorgen den Abbau von bis zu 9500 Stellen in Deutschland und Österreich angekündigt.* Dies war deutlich mehr als der Betriebsrat zuvor erwartet hatte. Den Standorten Steyr (Österreich), Plauen (Sachsen) und Wittlich (Rheinland-Pfalz) droht das Aus. Die entsprechende Fertigung schwerer Lkw aus Steyr könnte nach Krakau oder München verlagert werden.

VW: MAN-Betriebsrat kündigt massiven Widerstand an

Angesichts der Pläne hatte der Betriebsrat am Freitag bereits massiven Widerstand angekündigt. Die Arbeitnehmer würden die „geplante Arbeitsplatzvernichtung“ nicht hinnehmen. „Es kann nicht sein, dass Stellenabbau und Standortschließungen die einzigen Lösungsansätze sind, die dem Vorstand einfallen“, erklärte der Konzernbetriebsratsvorsitzende Saki Stimoniaris. Dies seien „Management-Konzepte von tief unten aus der Mottenkiste.“

Der Münchner Lkw-Bauer hatte im ersten Halbjahr operativ 387 Millionen Verlust ausgewiesen nach einem Gewinn von 257 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

In der Branche gilt die VW-Tochter seit längerem als ertragsschwach. Trotz weltweit boomender Konjunktur war das operative Ergebnis im Vorjahr um rund acht Prozent auf 371 Millionen Euro geschrumpft. 2017 hatte MAN operativ noch 532 Millionen Gewinn ausgewiesen.

*Merkur.de ist Teil des Ippen-Digitalnetzwerks.

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