MAN: Neues Angebot für MTU Friedrichshafen

- München/Stuttgart - Im Milliardenpoker um den Friedrichshafener Dieselmotorenbauer MTU hat der Lastwagen- und Maschinenbauer MAN pünktlich ein neues Angebot eingereicht. Der Konzern habe fristgerecht seine Offerte vorgelegt, sagte ein MAN-Sprecher am Dienstag in München auf Anfrage. Um Mitternacht war die Bieterfrist abgelaufen. Zu finanziellen Details wollte der Sprecher sich nicht äußern.

Branchenbeobachtern zufolge hatte MAN im alten Gebot 1,1 Milliarden Euro für MTU offeriert, dieses jetzt aber aufgebessert. Der MTU-Mutterkonzern DaimlerChrysler hatte MAN Mitte Oktober aus dem Bieterrennen geworfen mit der Begründung, andere hätten sowohl beim Preis als auch beim Konzept ein besseres Angebot gemacht. Zuletzt waren noch der US-Investor KKR, der von der Dubai Capital unterstützt wird, und die zur schwedischen Wallenberg-Gruppe zählende EQT im Rennen.

Eine Sprecherin von DaimlerChrysler sagte dazu am Dienstag, dass man zum Verkaufsprozess keinen Kommentar abgebe. Mit einer Entscheidung sei erst in einigen Tagen zu rechnen. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass DaimlerChrysler bis zu 1,7 Milliarden Euro für MTU erlösen könnte.

Der Stuttgarter Autokonzern trennt sich von dem profitablen weltweit tätigen Dieselmotorenbauer, weil er Geld für die Sanierung von smart und den Abbau von 8500 Stellen benötigt. Außerdem scheut DaimlerChrysler die aus seiner Sicht 500 Millione Euro Investitionen, die nötig sind, um die Spitzenposition von MTU auf den Weltmärkten zu halten. Der Dieselmotorenbauer gehöre nicht zum Kerngeschäft des Konzerns, wird argumentiert. MTU wird in diesem Jahr 1,58 Milliarden Euro umsetzen, vor allem mit Motoren für Schiffe, Eisenbahnen und Militärfahrzeuge. Beschäftigt werden 6700 Mitarbeiter, davon rund 5000 am Bodensee.

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