MAN: Der Münchner Lkw-Bauer plant tiefe Einschnitte beim Personal. Das Werk Steyr könnte komplett geschlossen werden.
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MAN: Der Münchner Lkw-Bauer plant tiefe Einschnitte beim Personal. Das Werk Steyr könnte komplett geschlossen werden.

Münchner Lkw-Bauer

MAN: Sorgen in Österreich - Aus für Werk Steyr hätte schlimme Folgen

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Dem MAN-Werk in Steyr droht das Aus. Die Folgen für den Arbeitsmarkt in der Nachbarregion Bayerns wären tiefgreifend, warnt der Oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer gegnüber Merkur.de.

  • Der Münchner Lkw-Bauer MAN steht vor einem weitreichenden Stellenabbau
  • Das Werk in Steyr soll ganz geschlossen werden.
  • Bayerns Nachbarland Oberösterreich könnte die Entscheidung schwer treffen.

München – Der Landeshauptmann des Bundeslandes Oberösterreich befürchtet wegen der möglichen Schließung des MAN-Werks in Steyr einschneidende Folgen für den Arbeitsmarkt in der Region. „Neben den 2200 Stellen bei MAN in Steyr sind noch mal so viele Stellen bei den Zulieferern bedroht“, erklärte Regierungschef Thomas Stelzer (ÖVP), gegenüber Merkur.de*. Die Landesregierung in Linz werde aber alles daransetzen, die Auswirkungen zu begrenzen.

Stelzer sagte, man stehe in engem Kontakt mit dem Unternehmen und hoffe auf einen Erhalt des MAN-Werks. Das Land Oberösterreich habe in den vergangenen Jahren „sehr viel getan“, um den Industriestandort Steyr aufzuwerten. Dies gelte etwa für den Ausbau der Fachhochschule oder für den Ausbau der Verkehrsanbindung, sagte der Landeshauptmann, dessen Amt dem der Ministerpräsidenten in den deutschen Bundesländern vergleichbar ist.

Im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie hatte das an Südostbayern grenzende österreichische Bundesland im April ein Hilfspaket über 580 Millionen Euro verabschiedet. Die Mittel sollen unter anderem zur Qualifizierung von Menschen eingesetzt werden, die in der Krise ihren Arbeitsplatz verlieren.

MAN: Bayerische Staatsregierung verspricht VW-Tochter Unterstützung

Auch die Bayerische Staatsregierung hatte MAN Truck & Bus bereits ihre Unterstützung zugesagt. „Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten einen Beitrag leisten, dass am Ende möglichst viele Arbeitsplätze erhalten werden können und die Folgen für die Betroffenen so sozialverträglich wie möglich ausfallen“, hatte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am vergangenen Dienstag (15. September) gegenüber Merkur.de* angekündigt.

Der Münchner Lkw-Bauer hatte am 11. September den Abbau von bis zu 9500 Stellen angekündigt. Alleine in Bayern könnten 4200 Arbeitsplätze wegfallen. Dem Werk in Steyr sowie den Standorten Plauen (Sachsen) und Wittlich (Rheinland-Pfalz) droht das Aus.

Mit dem unerwartet heftigen Einschnitt will der neue MAN-Chef Andreas Tostmann das Ergebnis bis 2023 um rund 1,8 Milliarden Euro verbessern. Die VW-Tochter war im ersten Halbjahr 2020 tief in die roten Zahlen gerutscht. Operativ fuhr das Unternehmen von Januar bis Juni 387 Millionen Euro Verlust ein. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch 253 Millionen Euro verdient.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Netzwerks.

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