Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger will MAN unter die Arme greifen.
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Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger will MAN unter die Arme greifen.

Angeschlagener Lkw-Bauer

MAN: Aiwanger verspricht Münchner Lkw-Bauer Unterstützung - Deutliche Ansage an Bund

  • Thomas Schmidtutz
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Bei MAN stehen 9500 Stellen auf dem Spiel. Im Kampf um die Arbeitsplätze will jetzt auch die Bayerische Staatsregierung helfen, kündigt Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gegenüber Merkur.de an.

  • Bei Münchner Lkw-Bauer MAN ist die Lage ernst.
  • Ingesamt stehen bis zu 9500 Stellen auf dem Spiel, drei Standorten droht die Schließung.
  • Die Bayerische Staatsregierung ist alarmiert und im Kampf um die Arbeitsplätze Unterstützung an.

München - Im Kampf um die Arbeitsplätze beim angeschlagenen Münchner Lkw-Bauer MAN hat die Bayerische Staatsregierung ihre Unterstützung zugesagt. „Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten einen Beitrag leisten, dass am Ende möglichst viele Arbeitsplätze erhalten werden können und die Folgen für die Betroffenen so sozialverträglich wie möglich ausfallen“, sagte der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Montag gegenüber Merkur.de*.

Er sehe gute Chancen, die Nutzfahrzeugindustrie beispielsweise bei Wasserstoffantrieben für Lkw zu unterstützen. Dazu gebe es weitere Möglichkeiten im Rahmen der Hightech Agenda Bayern und den Projekten des Zukunftsforums Automobil.

MAN: Staatsminister Aiwanger sieht auch Bund in der Pflicht

Zum Erhalt einer leistungsfähigen Nutzfahrzeug-Industrie in Deutschland sei aber auch der Bund „massiv gefordert“, mahnte Aiwanger. Um den Nutzfahrzeug-Herstellern wie MAN wirksam unter die Arme zu greifen, forderte Bayerns Wirtschaftsminister ein Flottenaustauschprogramm für Lkw und Busse, „am besten europaweit“. Bei dem Fahrzeugbauer stehen alleine 4200 Stellen in Bayern auf dem Spiel.

Ein Tausch älterer Fahrzeuge gegen neue Modelle mit erheblich besseren Abgaswerten sichere Arbeitsplätze und nutze der Umwelt. Außerdem sprach sich Aiwanger eindringlich für bessere Abschreibungsmöglichkeiten beim Kauf neuer Lkw und Busse aus. Die Politik müsse „alle Instrumente nutzen, um die Nachfrage zu stärken“.

MAN: Harsche Kritik am Autogipfel von Aiwanger

Harsche Kritik übte der Bayer am jüngsten Autogipfel. Man habe nicht alle Chancen genutzt. „Arbeitsgruppen einzusetzen und sich auf den November zu vertagen“, helfe niemandem.

Der Chef der Freien Wähler in Bayern warnte zudem vor einer weiteren Verschärfung der Klimaziele durch die EU. „Wenn wir hier überziehen, helfen wir am Ende niemandem: Weder den betroffenen Mitarbeitern und ihren Familien, die um ihre Existenz bangen noch unserer Wirtschaft. Und am Ende auch nicht dem Klima.“

MAN hatte am Freitag den Abbau von bis 9500 Stellen* angekündigt. Damit könnte jeder vierte Arbeitsplatz wegfallen. Dazu droht den Standorten Steyr (Österreich), Plauen (Sachsen) und Wittlich (Rheinland-Pfalz) die Schließung. MAN Truck & Bus hatte im ersten Halbjahr operativ rund 387 Millionen Euro Verlust eingefahren.

MAN müsse „digitaler und deutlich profitabler werden“, hatte Konzern-Chef Andreas Tostmann zur Begründung für die harten Einschnitte gesagt. Intern hatte Tostmann den Druck zusätzlich erhöht. Ohne den Volkswagen*-Konzern im Rücken wäre die Lage „existenzbedrohend“, hatte der seit Juli amtierende MAN-Chef in einer am Freitag im Intranet verbreiteten Videobotschaft gesagt, die Merkur.de* vorliegt.

*Merkur.de ist Teil des Ippen Digitalnetzwerks

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