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MAN kämpft seit Mai mit einer Schmiergeldaffäre.

MAN: Vorstand nimmt seinen Hut

München - Der Vertriebsvorstand der MAN Nutzfahrzeuge AG, Peter Erichreineke, räumt mit sofortiger Wirkung seinen Posten.

Der Aufsichtsrat habe diesem Schritt in einer Sondersitzung zugestimmt, teilte die Mutter MAN SE am Donnerstag in München mit. Zu den Gründen für den Abschied des 53-jährigen Managers, der den Posten seit Anfang 2006 innehatte, machte ein Sprecher auf Anfrage keine Angaben. Sein Nachfolger soll zum 1. Oktober dieses Jahres der 43 Jahre alte Frank Hiller werden. Er ist seit 2005 Vorsitzender der Geschäftsführung des Nutzfahrzeugherstellers Meiller.

MAN kämpft seit Mai mit einer Schmiergeldaffäre. Die Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht nach, dass vor allem im Lastwagen-Geschäft Verkäufer in den Niederlassungen Bestechungsgelder an Mitarbeiter von MAN-Kunden zahlten, um den Verkauf anzukurbeln. Sie haben weit mehr als 100 Beschuldigte im Visier. Das Geld soll teils über Konten von Angehörigen und Freunden der Empfänger geflossen sein.

Dem Vernehmen nach soll auch Erichreineke im Visier der Ermittler stehen. MAN habe daher unabhängig vom Ausgang der Ermittlungen handeln müssen und ihm den Abschied nahegelegt. “Unabhängig davon, was dabei rauskommt, ist es nicht ganz einfach, einen Vorstand in einem wichtigen Ressort zu haben, der nicht richtig handlungsfähig ist“, sagte einer Kenner der Materie.

dpa

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