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MAN: Lkw-Bauer warnt vor schweren Verlusten – Entwicklung überschattet Gespräche über geplanten Stellenabbau

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Von: Thomas Schmidtutz

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Mitarbeiter von MAN Truck & Bus arbeiten an einer Produktionsstraße an einem LKW.
MAN-Werk in München: Der Lkw-Bauer rechnet für 2020 mit tiefroten Zahlen. © Sven Hoppe/dpa

Beim Münchner Lkw-Bauer MAN ist die Lage ernst. Im laufenden Jahr drohten tiefrote Zahlen, teilte der Konzern am Mittwochabend mit.

München - Der Münchner Lastwagenbauer MAN rechnet wegen der Corona*-Pandemie für das laufende Jahr mit tiefroten Zahlen. Bis Jahresende erwarte man einen operativen Verlust zwischen „550 und 750 Millionen Euro“, teilte die MAN SE am Mittwochabend in einer Pflichtveröffentlichung überraschend mit. Im Kerngeschäft MAN Truck & Bus rechnet die VW*-Tochter „trotz Anstrengungen zur Kostensenkung mit einem operativen Verlust zwischen 450 und 650 Millionen Euro“. Hinzu kommen weitere Belastungen bei MAN Latin America und der Holding.

Zur Begründung für die gesenkte Prognose verwies der Konzern auf einen „starken Absatzrückgang“ sowie den zeitweiligen Produktionsrückgang. Zudem belasteten die Einführung der neuen Lkw-Generation, der Rückgang im After-Sales-Geschäft sowie das Gebrauchtfahrzeuggeschäft. Dies könnte auch Bewertungsabschläge im Fahrzeugpark hindeuten.

MAN: Entwicklung überschattet Gespräche über geplanten Stellenabbau

Offenbar kämpft der Konzern auch bei seiner Tochter MAN Latin America mit großen Schwierigkeiten. Dort gehe der Absatz „erheblich“ und der Umsatz „sehr stark“ zurück, teilte das Unternehmen mit, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

MAN hatte seine Prognose für das laufende Jahr im vergangen März zurückgenommen, ohne einen neuen Ausblick zu veröffentlichen. Nun hat der Konzern eine neue Guidance gegeben. Darin seien jedoch noch keine Aufwendungen für die am 11. September angekündigte Neuausrichtung für MAN Truck & Bus enthalten. Danach will der Münchner Lkw-Bauer insgesamt 9500 Stellen streichen, die Standorte Plauen (Sachsen), Wittlich (Rheinland-Pfalz) und Steyr (Oberösterreich) sollen geschlossen werden. Der Betriebsrat hat bereits massiven Widerstand gegen die Pläne angekündigt. Der Betriebsratschef in Steyr, Erich Schwarz, hält die Überlegungen für existenzbedrohend.

Alleine am Standort München sollen rund 3000 Stellen wegfallen. Erst am Mittwoch (28.10.) hatte sich der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Stammwerk in der bayerischen Landeshauptstadt ein Bild von der Lage gemacht.

Die schweren Verluste dürfte die Gespräche zum geplanten Stellenabbau zwischen Unternehmen und Betriebsrats weiter erschweren. Aus Verhandlungskreisen hatte es zuletzt geheißen, die Mitarbeiter-Vertreter wollten betriebsbedingte Kündigungen verhindern. Das Management will die Kosten massiv senken. Neben dem Personalabbau will das Unternehmen zudem die übertariflichen Zulagen zusammenstreichen. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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