Maßnahmen gehen noch nicht weit genug

Manager-Boni: "Gehaltsexzesse stoppen"

Frankfurt - Die "Gehaltsexzesse" bei Manager-Boni sollen gestoppt werden. Die Deutsche Bank will deshalb fixe Obergrenzen einführen. Doch manchen gehen die Maßnahmen nicht weit genug.

Bei der Deutschen Bank formiert sich laut Bericht ein Lager, das eine Obergrenze für Boni fordert. „Es ist nötig und richtig, Gehaltsexzesse zu stoppen“, sagt Aufsichtsrat Werner Wenning der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Da lief manches aus dem Ruder.“

Das neue Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen will bei Bonuszahlungen für ihre Manager auf die Bremse treten. Boni für das Topmanagement sollen länger gestreckt werden, hatten die Top-Manager in der vergangenen Woche angekündigt. Vorgesehen sei eine Einmalzahlung nach fünf Jahren anstelle gestaffelter Auszahlungen über drei Jahre hinweg.

„Kein Manager muss zweistellige Millionenbeträge verdienen"

Wenning gehen diese Maßnahmen nicht weit genug. Fixe Obergrenzen für variable Gehaltsbestandteile sollten nach seiner Ansicht eine Selbstverständlichkeit sein. Eine konkrete Zahl nannte er nicht, sagte aber: „Kein Manager, auch kein Investmentbanker, muss zweistellige Millionenbeträge verdienen.“ Der Wettbewerb sei kein Grund mehr, mit astronomischen Boni zu locken.

Verdi-Vorstandsmitglied Beate Mensch sagte der Zeitung: „Es muss das Ziel sein, zu einer Obergrenze von Boni zu kommen, um eine Verhältnismäßigkeit zwischen den Managergehältern und den Einkommen der Arbeitnehmer herstellen und wahren zu können.“

Die Deutsche Bank hatte für das vergangene Jahr die variablen Vergütungen um 17 Prozent gekürzt. Die Sofort-Boni, die in bar ausgezahlt werden, wurden auf 100.000 Euro begrenzt und die langfristigen Komponenten erhöht.

dpa

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