Manager müssen Gehälter 2007 offen legen

- Berlin - Manager börsennotierter Unternehmen müssen ab 2007 ihre Gehälter bis ins kleinste Detail offen legen. Das beschloss der Bundestag in selten großer Eintracht. Nach dem Willen von SPD, Grünen und Union müssen die knapp 1000 börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland den Verdienst, Gewinnbeteiligungen, Pensionsansprüche sowie Abfindungen aller Vorstandsmitglieder öffentlich machen, falls die große Mehrheit der Aktionäre keinen Einspruch erhebt.

Bei Verstößen sind Bußgelder von bis zu 50 000 Euro möglich. - Für die SPD erklärte der Rechtsexperte Olaf Scholz, nicht die Wirtschaft allein werde zu mehr Transparenz gezwungen. Es sei "ein kluger Zufall", dass gleichzeitig das Gesetz zur Offenlegung der Abgeordnetenbezüge beschlossen werde. CSU-Chef Edmund Stoiber wertete das Manager-Gesetz als wichtiges Signal. Die Wirtschaft könne mit einer umfassenden Offenlegung der Vorstandsbezüge zu einem "Mentalitätswechsel" für notwendige Veränderungen in Deutschland beitragen. Mit dem Gesetz zog die Politik die Konsequenz aus der Weigerung mehrerer Dax-Unternehmen, die Bezüge auf freiwilliger Basis zu publizieren. Dazu zählen etwa die Automobilkonzerne Daimler-Chrysler und BMW. Die Offenlegungspflicht gilt erstmals für die Geschäftsabschlüsse 2006, die 2007 veröffentlicht werden. Erklärtes Ziel ist die Stärkung der Kontrollrechte der Aktionäre: Sie sollen leichter beurteilen können, ob Einkommen und Leistung des Managements im Einklang stehen. "Im Zweifel geht es um Geld, was ihren Dividenden nicht mehr zu Verfügung steht", so Justizministerin Brigitte Zypries (SPD).Bisher brauchen börsengehandelte Konzerne nur die Gesamtsumme der Gehälter publizieren. Künftig müssen die Managerbezüge nach fixen und erfolgsabhängigen Bestandteilen aufgeschlüsselt werden. "Wenn von Arbeitnehmern, etwa bei der Arbeitszeit, mehr Flexibilität erwartet wird, müssen auch die Manager ihren Beitrag leisten, den Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähiger zu machen", sagte Stoiber unserer Zeitung. "Damit wird deutlich, dass sich alle Schichten der Gesellschaft an dem Prozess der Modernisierung beteiligen müssen." Stoiber appellierte an die verbleibenden zehn Dax-Konzerne, ihre Manager-Bezüge nun "sehr rasch unabhängig vom Inkrafttreten des Gesetzes offen zu legen". Stoiber: "Glaubwürdig ist man an der Spitze, wenn man auch selbst bereit ist, einen Beitrag für mehr Flexibilität zu leisten. Ohne Transparenz geht es nicht."

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