Manager sollen Vorbild beim Sparen sein

- Stuttgart/München - Der Konflikt um Kosteneinsparungen von jährlich 500 Millionen Euro beim Autobauer Daimler-Chrysler hat sich zugespitzt. Bei den Knackpunkten Schichtzuschläge und der Steinkühler-Pause von fünf Minuten pro Arbeitsstunde hätten sich die Fronten verhärtet, war aus Gewerkschaftskreisen zu erfahren. Der Vorstand verlange "kategorisch" Änderungen der Tarifverträge und beharre auf der 500-Millionen-Euro-Forderung. Die Verhandlungen könnten die ganze Woche über fortgesetzt werden. Konsens soll es bei der Einführung der 40-Stunden-Woche für rund 20 000 Beschäftigte in Forschung und Entwicklung gegen Mehrbezahlung geben. Die Arbeitnehmer erwarteten zudem einen sichtbaren Solidaritätsbeweis des gesamten Daimler-Chrysler-Managements. Nicht nur der Konzernvorstand, sondern die gesamte leitende Führungsebene mit etwa 6000 Managern solle auf Gehalt verzichten, betonten Betriebsratsmitglieder.

<P>Siemens ließ indes mitteilen, dass Gehaltskürzungen beim Vorstand bei dem Münchner Konzern bereits Realität seien. Die Bezüge seien schon zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres um zehn Prozent gekappt worden. Derweil fordern auch Politiker, dass Vorstände grundsätzlich zu Gehaltsverzicht bereit sein müssten. So sprach CDU-Generalsektretär Laurenz Meyer von einer wichtigen Erkenntnis, dass es "nicht nur um die Kleinen" gehe. Gesamtmetallchef Martin Kannegiesser meinte, eine Unternehmensleitung solle immer Vorbildfunktion haben, wenn sie Opfer von Mitarbeitern verlange. Die Bezüge der Dax-Unternehmen bieten durchaus Spielraum dafür - zumal die im Geschäftsbericht ausgewiesenen Beträge Aktienoptionen nicht beinhalten.<BR></P><P><BR> </P>

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