Manager-Gehälter sorgen für Zündstoff

- Frankfurt - Politik und Arbeitnehmervertreter haben Regeln für Manager-Gehälter in Deutschland gefordert. Für eine Kopplung der Einkommen der Topetagen an die Lohnentwicklung von Arbeitern und Angestellten machte sich Bundesjustizministerin Brigitte Zypries stark. Der Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sprach sich dafür aus, die Einkommen der Führungsriege mit dem Unternehmenserfolg zu verknüpfen.

<P>Scharfe Kritik an den Gehältern übte Verbraucherschutzministerin Renate Künast in der "Bild am Sonntag": "Wir leben nicht im Sozialismus und können Manager-Gehälter nicht per Gesetz festlegen. Aber es besteht kein Zweifel: Die Millionenbezüge und Abfindungen in den Vorstandsetagen sind unmoralisch." Und: "Die Menschen in Deutschland sind zu Recht sauer."</P><P>Die Grünen-Politikerin forderte die Unternehmen auf, die Manager-Verträge zu ändern. "Wenn ein Manager seine Firma an einen Konkurrenten verkauft, darf er dafür keine Provision oder Abfindung kassieren. Solche Klauseln müssen aus den Arbeitsverträgen gestrichen werden. Sonst gucken Manager in solchen Fällen auf ihre finanzielle Belohnung und nicht darauf, Arbeitsplätze zu erhalten." In öffentlichen Ämtern gebe es scharfe Regeln gegen Korruption. Auch Unternehmen und Aufsichtsräte müssten jetzt ihre Gepflogenheiten stoppen, "die nach Korruption riechen".</P><P>Ihre Kabinettskollegin Zypries sagte dem "Tagesspiegel", es sei sicher eine Überlegung wert, "die Bezüge eines Vorstands nicht nur mit der Entwicklung der Aktien zu verknüpfen, sondern auch die Lohnentwicklung im jeweiligen Unternehmen zu berücksichtigen". So ließe sich vermeiden, dass die Einkommen der Arbeitnehmer sänken, während die der Vorstände enorm stiegen. Druck will Zypries bei der Offenlegung von Vorstandsgehältern machen: "Wenn bis spätestens Sommer 2005 nicht deutlich mehr Dax-Unternehmen ihre Vorstandsgehälter offen legen, gibt es ein Gesetz mit der Verpflichtung zur Offenlegung."</P>

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