MAN-Chef verlangt von seinen Mitarbeitern mehr Flexibilität

- München - Der Mischkonzern MAN hat im angelaufenen Jahr bei Umsatz und Auftragseingang deutlich zugelegt. "Die positive Entwicklung dürfte sich im März fortgesetzt haben", sagte Konzernchef Rudolf Rupprecht, Vorstandsvorsitzender der MAN AG in München. Durch Verkäufe und Konzentration auf Kernbereiche solle die MAN-Gruppe noch klarer und überschaubarer werden, ohne ihren Vorteil der Diversifizierung aufzugeben.

<P>Es gebe auf der einen Seite Kernbereiche wie Nutzfahrzeuge, Druckmaschinen und Dieselmotoren, auf der anderen Seite Verkaufskandidaten wie die Schwäbischen Hüttenwerke (SHW) oder den Raumfahrtzulieferer MAN Technologie. Über den Verkauf von SHW werde derzeit verhandelt. Rupprecht geht davon aus, dass sich noch in diesem Jahr die eine oder andere positive Entwicklung ergeben werde, ein schneller Verkauf der SHW sei aber nicht in Sicht.<BR>Die Zahl der Beschäftigten sank 2003 im Inland um über vier Prozent auf 41 497, im Ausland blieb sie mit 22 661 Menschen nahezu konstant. Rupprecht gehe davon aus, dass MAN Ende 2004 wie geplant etwa 1000 Menschen weniger beschäftigen werde. Das seien etwa 400 bis 500 Stellen im Busbau Salzgitter, 100 bei der MAN Technologie und 300 bis 400 Stellen bei der Druckmaschinen-Tochter in Augsburg. </P><P>"Bei weiter schwachem Wachstum und den aktuellen Rahmenbedingungen wird es unvermeidlich sein, dass sich dieser Prozess weiter fortsetzt", sagte Rupprecht. Namentlich nannte er Augsburg, wo etwas bei der Flexibilität gemacht werden müsse. Gemeint ist wohl eine Verlängerung der Arbeitszeit von derzeit 35 Stunden in der Woche: "Wir rechnen im Mai/Juni mit weiteren Gesprächen darüber", erklärte Jürgen Bänsch, Betriebsratsvorsitzender bei MAN Roland Druckmaschinen.</P><P>Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte die Gruppe mit 13,7 Milliarden Euro einen Auftragseingang auf Vorjahresniveau. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 13,5 Milliarden Euro. Ohne den starken Euro wäre das Geschäftsvolumen um fast vier Prozent höher ausgefallen. Der Jahresüberschuss legte ohne den verkauften SMS-Anteil um 36 Prozent auf 192 Millionen Euro, der Vorsteuergewinn um 23 Prozent auf 261 Millionen Euro zu.</P><P>"Diese Ergebnisse entsprechen noch nicht unseren Zielvorstellungen", sagte Rupprecht. MAN will die Umsatzrendite von 1,9 Prozent im vergangenen Jahr auf fünf Prozent steigern. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital soll auf 15 Prozent zulegen. Bei drei Prozent gesamtwirtschaftlichem Wachstum sei dies bereits 2005 zu erreichen, sagte Rupprecht.</P><P>Bei Umsatz und Auftragseingang geht der MAN-Chef für 2004 jeweils von einem Plus von bis zu sechs Prozent aus. Im Januar und Februar steigerte der Konzern die Auftragseingänge um 24 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, der Umsatz erhöhte sich um sieben Prozent auf 1,7 Milliarden Euro.</P><P>Zufrieden zeigte sich der Ende des Jahres in den Ruhestand tretende MAN-Chef auch mit dem Aktienkurs. Die MAN-Stammaktie war 2003 um 83 Prozent (Dax + 37,1 %) gestiegen. Auch in diesem Jahr legte das Papier nochmals 15 Prozent zu. Fast die Hälfte des Jahresüberschusses von 235 Millionen Euro werde an die Aktionäre ausgeschüttet: Die Dividende soll von 60 auf 75 Cent erhöht werden.</P>

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