Mannesmann: Bundesanwalt sieht Untreue

- Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof hat am letzten Verhandlungstag seine Bedenken wegen der Millionenprämien an Ex-Vorstandsmitglieder und Manager des Mannesmann-Konzerns bekräftigt. Der Vorsitzende Richter Klaus Tolksdorf erklärte am Freitag in dem Revisionsverfahren, der dritte Strafsenat werde darüber beraten müssen, ob es sich bei den Prämien um "Geschenke" oder zulässige Vergütungen gehandelt habe.

Bereits am Vortag hatten Mitglieder des Senats Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Freisprüche für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, den früheren IG-Metall-Vorsitzenden Klaus Zwickel, Ex-Mannesmannchef Klaus Esser und drei weitere Angeklagte im spektakulärsten deutschen Wirtschaftsprozess geäußert.

Unterdessen warf die Bundesanwaltschaft dem früheren Mannesmann-Chef Esser Untreue vor. Oberstaatsanwalt Ralf Wehowsky sagte, es gebe Gründe, dass sich Esser nicht nur wegen Beihilfe zur Untreue, sondern wegen Untreue zu verantworten habe. Vor dem Landgericht Düsseldorf hatte sich Esser nur wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur Untreue zu verantworten gehabt. Die Vermögensbetreuungspflicht eines Vorstandes könne sich auch auf das eigene Gehalt erstrecken, argumentierte Wehowsky. Das Urteil wird der BGH am 21. Dezember verkünden.

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