Der Mannesmann-Konzern - übernommen und zerschlagen

- Düsseldorf - Der einstige Industriekonzern Mannesmann hatte sich Ende der 90er Jahre zu einem Telekom-Riesen gemausert. In Deutschland (D2) und Italien (Omnitel) waren die Düsseldorfer die größten Mobilfunkanbieter, in Großbritannien hatten sie mit dem übernommenen Mobilfunker Orange große Pläne. Hinzu kamen die Aktivitäten im Festnetz mit Arcor und o.tel.o in Deutschland oder Infostrada in Italien. Die ertragreiche Telekomsparte weckte die Begehrlichkeiten des britischen Wettbewerbers Vodafone.

Nach der Übernahme der Mannesmann AG durch Vodafone Anfang 2000 wurde der Traditionskonzern in seine Einzelteile zerlegt. Aus den Verkäufen erlösten die Briten mehr als 70 Milliarden Euro bei einem Übernahmepreis von über 180 Milliarden Euro. Bei Vodafone blieben die Mobilfunk-Aktivitäten (D2, Omnitel) und das Festnetzgeschäft (Arcor). Aus kartellrechtlichen Gründen musste sich Vodafone von Orange trennen, die von France Tlcom für 48 Milliarden Euro übernommen wurden.

Verkauft wurde auch die italienische Infostrada. Sie ging für 11 Milliarden Euro an den Energiekonzern Enel. Siemens und Bosch übernahmen für 9,6 Milliarden Euro die Industriessparte Atecs (Maschinenbau, Autotechnik). Einen guten Schnitt machte Vodafone auch mit den Luxusuhren. Für dieses Mannesmann-Geschäft kassierten sie von der schweizerischen Richemont 2 Milliarden Euro. Das defizitäre Röhrengeschäft ging zum symbolischen Preis von 0,51 Euro (1 DM) an Salzgitter.

Der Ausverkauf des 110 alten Traditionskonzerns wurde innerhalb des Jahres 2000 praktisch vollständig abgewickelt. 2001 wurde Mannesmann schließlich in Vodafone AG umfirmiert. Heute erinnert nur noch die Düsseldorfer Adresse an den Mischkonzern vom Rhein: das Mannesmannufer.

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