MAN-Werk Penzberg vor dem Verkauf

- Penzberg - MAN ist bekanntlich auf Sparkurs. Jetzt plant die Nutzfahrzeugtochter des Konzerns, einen Teil seines Werks in Penzberg zu verkaufen. Offenbar laufen Verhandlungen mit einer österreichischen Firma. Das Werk hat rund 700 Beschäftigte und ist in Penzberg der zweitgrößte Arbeitgeber. Das Unternehmen bestätigte "Gespräche mit Unternehmen aus der Zulieferindustrie".

<P>Von "gedrückter Stimmung" spricht ein Mitarbeiter. "Wir wissen nicht, wie es weitergeht." Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes geht um. Befürchtet werden auch Lohneinbußen. In einer Betriebsversammlung wurde von den Plänen unterrichtet.<BR><BR>Nach diesen Informationen sollen 40 Prozent bei MAN bleiben. An 30 Prozent soll eine österreichische Firma interessiert sein, die ihre Produkte in Penzberg fertigen will. MAN bestätigte das nur indirekt. Man sei in Gesprächen mit möglichen Partnern, um den Standort wettbewerbsfähiger zu machen. Derzeit werden in Penzberg vor allem Stahlkomponenten aus Dickblech und Rohren für die Lastwagen-Montagewerke hergestellt. Über 2000 unterschiedliche Teile befinden sich in der Produktion.<BR><BR>"Ich glaube, MAN meint es ernst", sagt IG-Metall-Vertreter Hartmut König. Während sich der Betriebsrat noch nicht öffentlich äußern wollte, sprach der Gewerkschafter von einer "menschenunwürdigen Entscheidung". Er habe den Eindruck, dass sich MAN aus der Verantwortung stehlen wolle. Bei der Verlagerung der Kabelbaumfertigung ins Ausland habe sich MAN verpflichtet, den Standort zu sichern und weiterzuentwickeln, dessen Kernkompetenz zu stärken und alternative Produktionen nach Penzberg zu holen. Diese Hausaufgaben habe MAN nicht gemacht. <BR><BR>"Sonst wäre das nicht passiert", so der Gewerkschafter. Ziel sei es, den Verkauf zu verhindern oder eine Möglichkeit zu finden, "die MAN nicht aus der Verantwortung lässt".<BR></P>

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