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Muss gehen: Sergio Marchionne, bisheriger Chef des Riesenkonzerns Fiat-Chrysler und Ferrari.

Gesundheitliche Probleme

Marchionne tritt ab: Überraschender Führungswechsel bei Fiat-Chrysler und Ferrari

Die Autobauer Fiat-Chrysler und Ferrari ersetzen überraschend ihren Chef Sergio Marchionne. Offenbar wegen gesundheitlicher Probleme.

Amsterdam - Wegen ernster gesundheitlicher Probleme von des 66-Jährigen übernehme bei Fiat-Chrysler (FCA) der bisherige Chef der Chrysler-Marke Jeep, der 54-jährige Brite Mike Manley, das Ruder, teilte der US-italienische Konzern am Samstag nach einer Krisensitzung mit.

Marchionnes Chefposten beim italienischen Luxus-Autobauer Ferrari wird aufgeteilt: Vorstandschef wird Louis Carey Camilleri, der bislang den Tabakkonzern Philip Morris leitete. Präsident wird John Elkann, Enkel des früheren Fiat-Chefs Gianni Agnelli.

Bei CNH Industrial, der wie Fiat-Chrysler und Ferrari von der italienischen Industriellenfamilie Agnelli kontrolliert wird, wurde die Britin Suzanne Wood zur neuen Chefin ernannt. Die Aufsichtsräte der drei Konzerne hatten die Personalentscheidungen am Samstagnachmittag bei einer Krisensitzung getroffen.

Fiat-Chryler erläuterte, der Konzern habe "mit tiefem Schmerz" die Nachricht erhalten, dass bei Marchionne nach einer Operation "unerwartete Komplikationen" aufgetreten seien, "die sich in den vergangenen Stunden ernsthaft verschlechtert haben". "Als Konsequenz kann Herr Marchionne seine Arbeit nicht wiederaufnehmen", hieß es weiter.

Marchionne hatte sich im Juni einer Operation unterzogen, nach offiziellen Angaben erfolgte der Eingriff an der rechten Schulter. Zuletzt öffentlich aufgetreten war er am 27. Juni. Der italienisch-kanadische Manager, der Fiat seit 2004 geleitet hatte, wollte eigentlich erst im Laufe des kommenden Jahres bei FCA aufhören.

Marchionne hatte den Fiat-Konzern während seiner 14 Jahre an der Spitze grundlegend umgebaut. 2009 hatte er den Zusammenschluss mit dem US-Autobauer Chrysler gemanagt. Noch Anfang Juni hatte Marchionne eine Strategie für die Jahre 2018 bis 2022 vorgestellt, die auch die Entwicklung von Elektro- und Hybridwagen beinhaltet.

Die Auto-Expertin der Beratungsfirma IHS Markit, Stephanie Brinley, sagte, da Fiat-Chrysler sich schon seit längerem nach einem Nachfolger für Marchionne umgesehen habe und der neue FCA-Chef Manley an der Ausarbeitung des aktuellen Fünfjahresplans beteiligt gewesen sei, werde der Stabwechsel voraussichtlich weitgehend reibungslos verlaufen.

Überdies steht Fiat-Chrysler wirtschaftlich gut da: 2017 konnte der Konzern Rekordergebnisse verbuchen und seine Verschuldung auf Null zurückfahren, nachdem sie Ende 2014 noch 7,7 Milliarden Euro betragen hatte. Die Luxusmarke Ferrari hatte 2017 ihren Umsatz um zehn Prozent auf 3,417 Milliarden Euro gesteigert und ihren Gewinn gar um 34 Prozent auf 537 Millionen Euro.

yp/AFP

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