Die Mark lebt immer noch

- Berlin - Zwei Jahre nach Einführung des Euro-Bargeldes herrscht in Berlin ungebrochen hoher Andrang beim Wechseln der alten D-Mark. Täglich werden derzeit mehr als 250 000 DM Bargeld in Euro umgetauscht, sagte der Direktor der Landeszentralbank Berlin, Dirk Bauer der dpa. Mehr als 400 Menschen besuchten täglich mit altem Bargeld die Bank.

Gerade in der Vorweihnachtszeit bildeten sich zeitweise wieder Menschenschlangen. "Wir sind überrascht, dass der Andrang so lange und intensiv anhält." Auch ausländische Währungen würden weiterhin in Euro getauscht. <P>Die Berliner bringen nach Angaben des Bankdirektors immer noch Scheine und Münzen in großen Mengen an die Schalter. "Wir bekommen hier alle Summen: von 10 Mark bis 120 000 Mark wie neulich erst." Viel Geld stamme aus Erbschaften. "Da werden dann bei Wohnungsauflösungen große Geldsummen etwa in Schränken gefunden."</P><P>Auch zahlreiche in- und ausländische Touristen nutzten die Gelegenheit ihres Berlin-Besuchs zum Umtausch. "Wir sind bundesweit wohl die Filiale mit dem stärksten Umsatz beim Wechseln der alten Mark", sagte Bauer. Langsam gehe das Tauschgeschäft aber zurück. Im Januar wurden am Tag durchschnittlich rund 600 000 DM getauscht, im Juni waren es noch 473 000 DM, im August 356 000 DM. Einige Jahre würde das Wechseln der D-Mark aber wohl noch andauern, vermutete Bauer.</P><P>Ausgeben kann man alte Markstücke oder DM-Scheine in der Hauptstadt aber auch noch in einigen Geschäften. So können Kunden im Kaufhof am Alexanderplatz an der Zentralkasse ihre DM loswerden. "Alle paar Tage bezahlt jemand mit dem alten Geld", sagte der Geschäftsführer Reinhard Schöbel. "Es sind aber eher die kleinen Summen, viele Zehn- oder Zwanzig-Mark-Scheine. Nach sechs bis acht Wochen kommen bei uns tausend bis zweitausend Mark zusammen, die wir dann umtauschen."</P><P>Die Landeszentralbanken tauschen die D-Mark auch künftig kostenlos um. Eine Frist, zu der das Angebot ablaufen könnte, gibt es nicht. Der Umtausch ausländischen Geldes ist aber nur noch bis Ende des Jahres möglich. Seit dem 1. Mai 2002 kostete dieser Service Gebühren.</P>

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