Markt falsch eingeschätzt: Zu viele Büros in München

- München - Die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien in München sinkt. Besonders die zahlreichen hart gebeutelten Unternehmen der neuen Ökonomie, der Biotechnologie und der Medien brauchen weniger Büros, Läden und Labore. Und es wurde viel gebaut in Bayerns Hauptstadt. Dennoch: "Eine Spekulationsblase sehe ich nicht, aber eine Überproduktion aufgrund der Fehleinschätzung des Marktes, und diese Überproduktion fließt nicht ab", sagte Alfons Doblinger, einer unter den zehn größten Baulöwen in Deutschland.

<P>8,5 Millionen Quadratmeter Bauland sei in München vor vier Jahren auf den Markt gekommen: der alte Flughafen, das alte Messegelände, Grundstücke der Deutschen Bahn, Kasernen und Bauland der Stadt. "Insgesamt sind die Münchner Bauträger davon ausgegangen, dass die Bäume in den Himmel wachsen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Dibag Industriebau AG. Die Dibag selbst habe in den letzten drei Jahren 100 000 Quadratmeter Büros gebaut und vermietet; und jetzt trotzdem keinen konjunkturbedingten Leerstand. "Bei 33 bis 35 D-Mark lag der durchschnittliche Büropreis, wir haben 25 DM pro Quadratmeter und dafür 15-Jahres-Verträge verlangt", sagte Doblinger.</P><P>Er rechne damit, dass die Konjunktur weiter durchbricht und länger unten bleibt.</P><P>Die Dibag, die sich auf gewerbliche Produktions- und Dienstleistungsflächen sowie industrielle Technik- und Logistik-Center konzentriere, habe insgesamt drei Millionen Quadratmeter im Bestand. Noch im Jahr 2000 habe Dibag für 200 Millionen Euro Grundstücke eingekauft, 2001 seien es 63 Millionen, vergangenes Jahr nur 7 Millionen Euro gewesen; 2003 liege der Plan bei 20 Millionen Euro. Die Dibag setzte im vergangenen Jahr 284,5 (Vorjahr 304,9) Millionen Euro um. Das Jahresergebnis betrug 21,9 (Vorjahr 25,6) Millionen Euro. "Bei der Dibag werden sich Umsatz und Ergebnis 2003 um mehr als zehn Prozent reduzieren", sagte der Vorstandschef. Die Dibag AG hat einen Streubesitz von unter zwei Prozent. Sie gehört mehrheitlich der Holding Doblinger Beteiligung GmbH, deren Gesellschafter Alfons Doblinger ist.</P><P>Zu der Holding gehören neben der Dibag noch neun weitere Gesellschaften mit zusammen 2100 Mitarbeitern, darunter die Monachia Grundstücks-AG, die Markt- und Kühlhallen AG sowie die Doba Fondsverwaltungstreuhand GmbH. Gewinn und Umsatz der Holding würden etwa vergleichbar wie im Vorjahr sein. Zahlen zum Kreditengagement und zum Eigenkapital der Gruppe nannte Doblinger nicht: "Brauchen wir nicht, wollen wir nicht, tun wir nicht" gab er auf eine entsprechende Frage zurück.<BR><BR></P>

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