Markt für Öko-Kaffee wächst

- Washington - Der Markt für Öko-Kaffee wächst nach einer neuen Weltbank-Studie rasant und bietet für viele Kaffeebauern am Rande der Armut eine neue Chance. Dazu muss für diese Kaffeesorten aber in den Verbraucherländern besser geworben werden, die Gütesiegel sollten vereinheitlicht und große Einzelhandelsketten ermuntert werden, diese Kaffeesorten stärker anzubieten. Das ist das Ergebnis der Studie über "nachhaltigen Kaffee", den die Weltbank in Washington präsentierte.

 <P>Kaffee ist nach dem Verständnis der Autoren "nachhaltig", wenn der Anbau biologisch oder mit besonderer Sorgfalt für den Erhalt der Böden erfolgt oder der Kaffee durch so genannten fairen Handel, etwa direkt von Bauernkooperativen, in die Verbraucherländer kommt.</P><P>Nach Angaben des Studienautors Daniele Giovannucci liegt der Anteil nachhaltigen Kaffees am Weltmarkt zwar erst bei ein bis zwei Prozent. Doch lebten inzwischen weltweit 700 000 bis eine Million Familien in 32 Ländern von dieser Anbauart. Während der Verbrauch herkömmlicher Kaffeesorten um ein bis zwei Prozent im Jahr wachse, lege nachhaltiger Kaffee um 10 bis 20 Prozent zu. Deutschland ist nach dieser Studie der größte europäische Markt für Öko-Kaffee, der höchste Marktanteil wird in der Schweiz und in Dänemark erzielt.</P><P>Die Rohstoffpreise für Kaffee sind nach diesen Angaben real so niedrig wie selten in den vergangenen 100 Jahren. Hauptproblem sei die Überproduktion, vor allem durch scharfen Produktionsausbau in Vietnam und Brasilien. Mit dem Anbau von Ökokaffee seien die Kaffeebauern besser abgesichert, weil die Verbraucher bereit seien, einen gewissen Aufpreis zu zahlen, sagt der Weltbankexperte für Agrarentwicklung, Martin Raine. "Wenn die Preise fallen, lösen sich in den Kaffeegemeinschaften die Sozialstrukturen auf. Höhere Preise helfen, die Menschen vor dem Abrutschen in die Armut zu bewahren."</P><P>Wichtig sind nach Angaben von Autor Giovannucci verlässliche Gütesiegel und gute Werbung in den Verbraucherländern. Es gebe bereits erfreuliche Anzeichen, dass große Einzelhandelsketten sich bemühten, mehr nachhaltigen Kaffee zu verkaufen. Die Weltbank verweist etwa auf die US-Kaffeehauskette Starbucks, die nach eigenen Angaben bereits 30 Prozent ihrer Kaffees aus kontrolliertem Anbau bezieht. Das Unternehmen kauft weniger als ein Prozent der Weltkaffee-Ernte auf.</P>

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