Maschinenbau: Mehr Arbeit, aber keine Jobs

- München - Trotz positiver Stimmung und voller Auftragsbücher rechnet der bayerische Maschinenbau mit keinem Stellenzuwachs. "Der bayerische Maschinenbau befindet sich ganz klar im Aufwind", sagte Robert Schullan, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Landesverband Bayern, in München. Der Auftragseingang im bayerischen Maschinen- und Anlagenbau sei im Mai um 31 Prozent gestiegen.

<P>Das Inlandsgeschäft expandierte um 11 Prozent und die Auslandsnachfrage wuchs um 42 Prozent. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl von 175 000 Menschen blieb im vergangenen Jahr gegenüber 2002 nahezu unverändert. Im laufenden Jahr rechnet Schullan mit keinem Stellenanstieg. In den Krisenjahren zuvor hätten die Unternehmen der Branche ihre Beschäftigten weitestgehend behalten. </P><P>Der Trend gehe weiter zu höher qualifizierten Belegschaften. Gesucht würden insbesondere Facharbeiter und Ingenieure. Derzeit seien 16 Prozent der im Maschinenbau Beschäftigten Ingenieure. 1982 waren es erst 7 Prozent. Schullan nannte als wichtigste Forderung die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Notwendig sei eine stärkere Lohnspreizung. </P><P>Dazu gehöre die Möglichkeit, Berufsanfängern und Langzeitarbeitslosen geringere Löhne zu zahlen, um deren Chancen auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen. Auch die Lohnnebenkosten - nicht die Löhne - seien in Deutschland zu hoch. Das zeige auch ein Vergleich mit dem Hochlohnland Schweiz. Generelle Lohnsenkungen hält Schullan für unrealistisch: "Man kann nicht einfach an die Löhne gehen." Wichtigster positiver Standortfaktor seien die hoch qualifizierten Mitarbeiter.</P><P>Deutlich kritisierte der Verbands-Chef die Förderung so genannter Cluster durch die bayerische Regierung. Die Förderung bestimmter Hochtechnologie-Bereiche durch die Staatsregierung widerspreche dem freien Kräftespiel der Märkte. "Allein schon die Nennung bestimmter Cluster benachteiligt andere Bereiche der Industrie", sagte Schullan. Es könne nicht sein, dass die Staatsregierung regulierend oder fördernd in den Markt eingreift und damit andere Branchen benachteilige.</P>

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