Maschinenbau: Schwächelnde USA bremsen Aufschwung nicht

- Frankfurt -­ Vier Jahre Aufschwung am Stück -­ das ist selbst für den Maschinenbau als zyklische Branche äußerst ungewöhnlich. Eine derart lange Wachstumsphase hat es zuletzt vor 25 Jahren gegeben. Experten erwarten, dass sich die Dynamik frühestens 2008 etwas abschwächt. "Für den Maschinenbau geht es weiter aufwärts, weil die Nachfrage aus neuen Märkten wächst", sagt der Präsident des Branchenerbandes VDMA, Dieter Brucklacher.

Zwei Prozent soll die Produktion 2007 zulegen auf 160 Milliarden Euro nach fünf Prozent Plus 2006.

Das Schicksal der Branche wird im Ausland bestimmt, weil sieben von zehn Maschinen in den Export gehen. Obwohl sich im wichtigsten Abnehmerland USA die Nachfrage bereits abkühlt, müssen sich die Maschinenbauer keine Sorgen machen.

"Die Regel: ,Wenn die USA Schnupfen haben, hat der deutsche Maschinenbau Grippe’, gilt nicht mehr", sagt Josef Auer von der Deutschen Bank. Neue Wachstumsmärkte wie Indien, Russland, der Nahe Osten sowie Asien könnten mit zweistelligen Zuwächsen den Nachfragerückgang ausgleichen.

Die Ölproduzenten steckten ihre sprudelnden Petrodollars in Maschinen für Raffinerien und Großanlagen. Experten bescheinigen den Produkten "made in Germany" hohe Qualität. "Hochleistungsmaschinen kauft man in Deutschland und nirgends sonst", sagt Auer.

Der Optimismus für 2007 basiert auf der Binnennachfrage. "Der Investitionsstau hat sich endlich aufgelöst", sagt Brucklacher. Die Firmen erweitern Werke und kaufen neue Anlagen. Das beweist die Stärke des Aufschwungs. In diesem Sommer haben die Aufträge aus Deutschland erstmals seit acht Jahren die Zahl der Auslandsorder übertroffen. Auch Banken haben ihre Zurückhaltung bei der Kreditvergabe aufgegeben.

Die Kapazitäten sind mit 86 Prozent ausgelastet. Nach Einschätzung des VDMA ist die Nettoumsatzrendite der rund 6000 Firmen 2005 von 3,4 auf 4 Prozent gestiegen. Damit knüpft die Branche wieder an die gute Entwicklung Ende der 90er Jahre an. "Vier Prozent sind aber noch kein ausreichendes Polster für schlechte Zeiten", warnt der Präsident.

Gute Nachrichten wird es für die Beschäftigten des Maschinenbaus geben. Die Branche könnte im Hochlohnland Deutschland ein Prozent neue Stellen schaffen -­ ebenso wie 2006. Das gilt als Beweis für den Optimismus der Branche, die derzeit keine dunklen Wolken am Horizont sieht.

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