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Die Maschinenbauer in Deutschland warten noch immer auf den Aufschwung.

Maschinenbauer bekommen weniger Aufträge

Frankfurt/Main - Die Lücken in den Auftragsbüchern der deutschen Maschinenbauer werden wieder größer. Die Maschinenbauer geben die Hoffnung auf eine baldige Trendwende aber nicht auf.

Der deutsche Maschinenbau wartet weiter auf den erhofften Aufschwung. Nach einem guten Vormonat lagen die Auftragseingänge im September preisbereinigt (real) um sechs Prozent unter dem Vorjahreswert, wie der Branchenverband VDMA am Mittwoch in Frankfurt bekanntgab. Während das Inlandsgeschäft um 21 Prozent anzog, ging das Auslandsgeschäft der Schlüsselindustrie um 16 Prozent zurück.

VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers wollte das enttäuschende Ergebnis nicht überbewerten: „Sowohl die Inlands- als auch die Auslandsorders sind massiv verzerrt.“ Der Rückgang der Nachfrage aus dem Ausland gehe vor allem auf volumenstarke Großaufträge im Vorjahr zurück. Und im Inland halfen demnach Bestellungen von Großanlagen in diesem September dem Geschäft auf die Sprünge. „Ein weiterer Teil des kräftigen Zuwachses ... dürfte Folge der aufgestauten Nachfrage der deutschen Kunden sein“, sagte Wiechers. Insgesamt könne man aus diesen Zahlen wenig Rückschlüsse auf die weitere konjunkturelle Entwicklung in der mittelständisch geprägten Branche ziehen.

Denn trotz des neuerlichen Rückschlags bleiben die Maschinenbauer - mit zuletzt 984 000 Beschäftigten Deutschlands größter industrieller Arbeitgeber - optimistisch. 2014 soll die Produktion nach der Verbandsprognose wieder um 3 Prozent anziehen nach einem kleinen Minus von einem Prozent 2013. „Wir hatten zwei Jahre lang rückläufige Investitionen und damit auch eine rückläufige Maschinenproduktion in Deutschland“, begründete Wiechers die Hoffnung auf einen Auftrieb auch durch Nachholeffekte.

Im zweiten Quartal war in Deutschland erstmals seit eineinhalb Jahren wieder mehr in Ausrüstungen wie Maschinen und Geräte investiert worden als im Vorquartal. Allzu viel Optimismus sollte daraus aber nicht entstehen, warnte Simon Junker, Deutschlandexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DWI) am Mittwoch: „Die Investitionstätigkeit hat zwar ihr Tief durchschritten, mit kräftigen Zuwächsen ist aber vorerst nicht zu rechnen. Die deutschen Ausrüstungsinvestitionen bleiben, gemessen an der gesamten Wirtschaftsleistung, deutlich niedriger als in den Jahren vor der Rezession 2009.“

Der Schwung komme dieses Mal vornehmlich aus den Industrieländern, also den klassischen Absatzmärkten, betonte der VDMA-Ökonom. Die Rezession in Europa scheine überwunden. Allerdings dürften die Wachstumsraten wegen der weiterbestehenden strukturellen Probleme nicht in den Himmel wachsen. Die Schwellenländer hätten zuletzt etwas geschwächelt: „Sie hatten uns aus dem Sumpf herausgezogen nach der Krise 2008/2009. Hier normalisieren sich die Wachstumsraten.“

dpa

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