Maschinenbauer leiden unter Konjunkturflaute

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Frankfurt/Main (dpa) - Die erfolgsverwöhnten deutschen Maschinenbauer bekommen die weltweite Konjunkturflaute zu spüren und haben im Juni zum zweiten Mal in Folge ein Auftragsminus verbucht.

Trotz der Delle im Mai und Juni stiegen im ersten Halbjahr aber Aufträge, Produktion und Umsatz deutlich an, so dass 2008 das fünfte Rekordjahr in Folge werden dürfte. "Den Sprint haben wir hinter uns, wird sind jetzt in der Auslaufrunde", sagte Chefvolkswirt Ralph Wiechers vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Frankfurt. Teures Öl, Preisaufschläge bei Rohstoffen, der starke Euro und die wachsende Zurückhaltung der Firmen bei Investitionen machten der Branche zu schaffen.

Im Juni setzte sich die Auftragsflaute mit einem Orderrückgang von real fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr fort - nach minus zwölf Prozent im Mai. Das Minus kam vor allem aus dem Ausland, aus dem sieben Prozent weniger Aufträge eingingen. Das Inlandsgeschäft wuchs dagegen um ein Prozent. Dank des guten Starts ins Jahr sind die Auftragsbücher aber noch prall gefüllt: Im ersten Halbjahr hat die mittelständisch geprägte Industrie vier Prozent mehr Order als im Rekord-Vorjahreszeitraum erhalten. Wachstumsmotor war dabei das Ausland mit plus sechs Prozent, das Inland trug zwei Prozent Plus bei. "Die Aufträge reichten im Juni für eine Produktion von sechseinhalb Monaten", sagte Wiechers.

Der VDMA sprach von einem "kleinen Minus" im Juni und hält an seiner Prognose für 2008 fest. Die Branche erwartet fünf Prozent Produktionsplus in diesem Jahr - nach den ersten fünf Monaten belief sich das Plus auf 8,4 Prozent. 2007 hatten die Maschinenbauer ein Rekordjahr mit einem Produktionsplus von elf Prozent erzielt. Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr um zehn Prozent (2007: 190 Milliarden Euro). "Während Produktion und Umsatz der Branche weiter ungebremst nach oben klettern, reagiert der Bestelleingang auf die verlangsamte Weltkonjunktur und andere Widrigkeiten im Geschäft mit Investitionsgütern", sagte Wiechers.

Trotz der schwächeren Konjunktur will die Branche auch in diesem Jahr rund 30 000 neue Stellen schaffen. Derzeit seien rund 10 000 Stellen offen. Seit drei Jahren stellt der größte industrielle Arbeitgeber wegen des langanhaltenden Aufschwungs Mitarbeiter ein und beschäftigt derzeit 955 000 Menschen.

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