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Saab gehört wie Opel in Deutschland zum US-Konzern General Motors (GM).

Massive Zweifel an Saab-Übernahme

Stockholm - Ungläubiges Staunen und massive Skepsis in Schweden: Der geradezu winzige heimische Luxus-Sportwagenbauer Koenigsegg soll den angeschlagenen Autohersteller Saab von der insolventen US-Mutter General Motors (GM) übernehmen und trotz chronisch hoher Verluste retten.

Die offiziell noch unbestätigte Nachricht von der Unterschrift unter einer entsprechenden Absichtserklärung hat die Skandinavier völlig überrascht. Am Freitag kam es in Stockholm zu überwiegend skeptischen Reaktionen. "Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll", meinte ein Branchenbeobachter. Die Zeitung "Svenska Dagbladet" kommentierte: "Das klingt ein bisschen verrückt."

Gerade einmal 20 extrem teure Sportwagen für extrem reiche Kunden hat das kleine Unternehmen aus dem südschwedischen Ängelholm im vergangenen Jahr abgesetzt. Weil hier die Größenverhältnisse zwischen Käufer und Gekauftem noch viel extremer ausfallen als in Deutschland beim gescheiterten Porsche-Anlauf zur Übernahme von VW, richtet sich die Aufmerksamkeit auf die dahinterstehenden Geldgeber: Als wichtiger Finanzier gilt der norwegischer Designer, Unternehmer und Koenigsegg- Miteigner Bård Eker, der aber auch bei weitem nicht über die Mittel zur Rettung von Saab verfügt.

Wer mit den nötigen Milliarden hinter Eker steht, blieb bei allen Medienspekulationen noch völlig im Dunkeln. Der Kapitalbedarf für ein Überleben der schwedischen Traditionsmarke für den gehobenen Geschmack ist gigantisch: Saab mit noch knapp 3500 Beschäftigten schuldet seiner bisherigen Mutter GM neun Milliarden Kronen (840 Mio Euro). Für die Fortsetzung der seit 20 Jahren fast chronisch Verlust bringenden Produktion müssen 7,5 Milliarden Kronen aufgebracht werden.

Der kommende Mittwoch werde entscheidend für die Zukunft des Unternehmens sein, sagte Insolvenzverwalter Guy Lofalk. Dann müssen die Gläubiger, darunter vor allem GM, vor dem Konkursgericht mitteilen, ob sie zu einem Schuldenerlass bereit sind. Schwedens Regierung hat bisher alle Bitten um Bürgschaften für Saab abgewiesen, will nun aber einlenken. Man bereite ein Paket vor, hieß es in Stockholm. Dies halten Beobachter immerhin für ein positives Indiz, dass hinter dem norwegischen Investor seriöse und potente weitere Geldgeber stehen.

Auch mit einer Staatsbürgschaft und Krediten der Europäischen Investitionsbank (EIB) aber bleibt völlig unklar, wie Saab angesichts weltweiter Überkapazitäten überleben will. Die Schweden liegen auch absolut nicht im Trend zu kleineren, benzinsparenden Autos. 150 000 Wagen pro Jahr müsse man bauen können, um zu überleben, war in den vergangenen Jahren immer wieder aus der Konzernzentrale Trollhättan zu hören. 2008 sank der Absatz auf 93 000 Autos. Und seit dem Jahresbeginn noch einmal auf weniger als die Hälfte.

dpa

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