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Materialmangel immer schlimmer: Jeder fünfte Betrieb in Bayern in Kurzarbeit

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in Mitarbeiter eines Metallwerkes misst die Temperatur am Schmelzofen.
Die Metall- und die Elektorindustrie leiden. Aufgrund von Lieferengpässen kommt es zu Materialmangel. © Hendrik Schmidt/picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Immer mehr Bereiche sind von den derzeitigen Lieferengpässen betroffen. Jetzt schlägt auch die bayerische Metall- und Elektroindustrie Alarm.

München - Die schwierige Lage am Rohstoffmarkt spitzt sich weiter zu. Inzwischen beklagen 96 Prozent der Betriebe der bayerischen Metall- und Elektroindustrie Produktionsbehinderungen. Schuld sind fehlende Rohstoffe und Vorprodukte. Das ergab eine Umfrage ihrer beiden Verbände bayme und vbm unter den Mitgliedsunternehmen.

„Besonders erschreckend ist, dass mehr als Hälfte der Betriebe einzelne Materialien überhaupt nicht mehr bekommt. Da steht mitunter die gesamte Produktion still“, sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt am Dienstag in München. „Schon jetzt muss jeder fünfte Betrieb wegen der Lieferengpässe kurzarbeiten.“

Lieferengpässe bremsen wirtschaftlichen Aufschwung

Der „Aufschwung aus dem tiefen Corona-Tal droht an Lieferengpässen und Materialknappheit zu scheitern“, sagte Brossardt. 37 Prozent der Betriebe erwarteten das Ende des Mangels erst in einem Jahr.

Fast jeder Betrieb sei von verspäteten Lieferungen betroffen, zwei Dritteln werde zu wenig geliefert, bei jedem fünften Betrieb wiesen die Lieferungen unzureichende Qualität auf. Zugleich seien die Einkaufspreise im Durchschnitt um über ein Drittel gestiegen, sagte Brossardt.

Große Probleme bei Lieferungen aus dem Inland und aus China

Die Probleme bestünden beim Transport und entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Produktion. „Besonders betroffen sind hier Lieferungen aus dem Inland und aus China. Jeweils zwei von drei Betrieben berichten von Beeinträchtigungen.“ Nur jedes fünfte Unternehmen habe dagegen Probleme mit Lieferungen aus den USA. Mit Lieferungen aus Mittel- und Osteuropa melden sogar nur zwei Prozent aller Unternehmen Schwierigkeiten.

„Schon heute liegt der erwartete Umsatzrückgang im Kalenderjahr 2021 bei im Durchschnitt 13 Prozent“, sagte Brossardt. Die Reaktionen reichen von der Suche nach alternativen Lieferanten und Produkten über Preiserhöhungen bis zur Einschränkung der Produktion. Eine Verlängerung der verbesserten Kurzarbeiterreglungen und eine optimierte Zollabfertigung würde den Betrieben helfen. (dpa)

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