Ohne Pickerl geht gar nichts: In einigen Ländern wie Österreich und Tschechien gibt es 10-Tages-, Monats- und Jahres-Vignetten. Andere Länder kassieren gleich fürs ganze Jahr.

Maut: So viel verlangen unsere Nachbarn

München - In Deutschland wird wieder einmal über die Pkw-Maut diskutiert. In anderen Ländern gehört der Wegzoll auf Autobahnen längst zum Alltag. Hier eine Übersicht:

Österreich

In Österreich muss jeder, der eine Autobahn benutzen will, eine Vignette kaufen. Es gibt drei Varianten: Autofahrer zahlen für die 10-Tages-Vignette 7,90 Euro, fürs Monatspickerl 23 Euro und fürs ganze Jahr 76,50 Euro. Wie in vielen Ländern kommen Motorradfahrer billiger weg. Wer ein Wohnmobil mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen fährt, muss tiefer in die Tasche greifen. Zudem werden in Österreich für bestimmte Routen wie die Brennerautobahn streckenbezogene Gebühren verlangt.

Schweiz

Für Schweizer Autobahnen gibt es auschließlich eine Vignette für das ganze Kalenderjahr. Sie kostet nach Angaben des Automobilclubs ADAC für Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen umgerechnet 31,50 Euro.

Italien

In Italien sind nicht alle, aber doch die meisten Autobahnen gebührenpflichtig. Welche Summe bezahlt werden muss, hängt von der gefahrenen Strecke ab. Ein Beispiel: Vom Brenner bis Verona fallen für Motorräder und Pkw etwa 17 Euro an. Für größere Fahrzeuge muss mehr bezahlt werden. Die Benutzung einiger Grenztunnel sowie der Timmelsjoch-Hochalpenstraße zwischen dem Ötztal (Tirol) und dem Passeiertal (Südtirol) kostet extra, Mailand und Bologna kassieren außerdem eine Stadtmaut.

Frankreich

Das französische Autobahnnetz wird von verschiedenen Gesellschaften betrieben und ist nach Angaben des ADAC mit Ausnahme der Stadtautobahnen und -umfahrungen von Paris, Lyon, Bordeaux, Marseille und Toulouse mautpflichtig. Die Höhe der Maut ist von der gefahrenen Strecke abhängig und ist je nach Betreiber unterschiedlich. Auf günstigeren Abschnitten werden etwa 6 Euro pro 100 Kilometer fällig. Auf einigen Strecken ist die Maut aber deutlich höher. Zudem werden für einige Tunnel und Brücken zusätzliche Gebühren erhoben.

Belgien

Noch lässt sich Belgien mautfrei bereisen. Doch vor wenigen Tagen haben sich die Regionen darauf geeinigt, dass sich das 2013 ändern wird. Dann müssen Autofahrer nicht nur auf Autobahnen zahlen, sondern auch auf Schnellstraßen. Wie die Gebühr erhoben werden soll und welche Höhe sie haben wird, ist derzeit noch unklar. Fest steht aber, dass Autofahrer einen festen Betrag zahlen sollen, während sich die Maut für Lkw nach der Anzahl der zurückgelegten Kilometer richten wird.

Spanien

Ein großer Teil der Autobahnstrecken in Spanien ist gebührenpflichtig. Die Höhe der Maut richtet sich dabei meist nach der gefahrenen Strecke. Wer beispielsweise mit dem Auto von Barcelona nach Valencia fährt, muss fast 25 Euro bezahlen. Auf einigen kürzeren Autobahnabschnitten muss laut dem Automobilclub - unabhängig von der gefahrenen Strecke - eine fixe Gebühr entrichtet werden. Unterschiede gibt es auch von Stadt zu Stadt: Während die Autobahnen und Umfahrungen von Barcelona, Zaragoza und Valencia kostenlos genutzt werden können, wird auf dem Autobahnring von Madrid zum Teil Maut fällig.

Dänemark

Für die Nutzung im Pkw muss auf dänischen Autobahnen nichts bezahlt werden. Es gibt allerdings einige gebührenpflichtige Brücken. Beispielsweise muss für die Fahrt über den Großen Belt von Knudshoved auf der Insel Fünen nach Halsskov auf der Insel Seeland bezahlt werden. Die Preise liegen - abhängig vom Wechselkurs - für Pkw bei etwas über 30 Euro.

Schweden

Wer mit dem Auto von Dänemark nach Schweden weiterreist und dabei die Tunnel-Brücken-Kombination über den Øresund zwischen Kopenhagen-Kastrup (Dänemark) und Malmö-Lernacken (Schweden) nutzt, muss nach Angaben des ADAC rund 40 Euro bezahlen. Darüber hinaus wird in Schweden keine Pkw-Maut erhoben.

Polen

Auf den polnischen Autobahnen A1, A2 und A4 muss Pkw-Maut bezahlt werden. Die Höhe richtet sich nach der gefahrenen Strecke. Wer auf der A4 von Kattowitz nach Krakau fährt, bezahlt umgerechnet etwa 4 Euro.

Tschechien

Wie in Österreich gibt es auch in Tschechien drei Vignetten-Typen. Die 10-Tages-Vignette kostet 250 Kronen (rund 10 Euro), die Monatsvariante ist für 350 Kronen (rund 14 Euro) zu haben, das ganze Jahr kostet 1200 Kronen (knapp 50 Euro). Wer mit dem Motorrad durch Tschechien fahren möchte, muss nichts bezahlen.

Ungarn

In Ungarn sind alle Autobahnen mautpflichtig. Es gibt Vignetten für verschiedene Zeiträume - von vier Tagen (rund 6 Euro) bis zu einem Jahr (rund 150 Euro).

Andreas Zimniok

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