500 Maut-Fahnder ab Januar im Einsatz: Wer nicht zahlt, wird notfalls festgesetzt

- Berlin - Auch im Verkehrsministerium rechnet man zur Einführung der Lkw-Maut im Januar mit Staus. "Es wäre naiv, anzunehmen, dass es ohne Probleme abläuft", sagt Referatsleiter Bernd Törkel. Aber die Beteiligten sind vorbereitet: Faltblättchen und Helfer sollen das Chaos klein halten.

Die Betreiberfirma Toll Collect hat bundesweit 53 Verkehrsknotenpunkte ausfindig gemacht, an denen Überlastungen und Staus drohen. Dort sollen Faltblätter über nahegelegene Ausweichrouten informieren. Zudem soll an Raststätten neben gewöhnlichem Informationsmaterial in 23 Sprachen ein "Faltblatt ohne Worte" ausliegen. Dies soll verhindern, dass sich ausländische Fahrer mit Sprachschwierigkeiten herausreden.<BR><BR>Solche Mautpreller zu fassen, ist Aufgabe der 500 Kontrolleure, die ab 1. Januar die Autobahnen der Republik abfahren werden. Dabei soll es kein Pardon geben: Handelt es sich um Fahrer, die eventuell ohne zu zahlen in Nachbarländern verschwinden könnten, müssen sie an Ort und Stelle eine Sicherheitsleistung hinterlegen. In schweren Fällen dürfen die Kontrolleure sogar Lastwagen stilllegen.<BR><BR>Neben den Kontrolleuren sind 5000 Einbuchungshelfer an 1000 Mautstellenterminals im Einsatz, um zu verhindern, dass es Staus gibt. Diese Gefahr besteht offenbar: Die Verkehrs- und Sicherheitsbehörden der Bundesländer bereiten sich sogar auf die "Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung" vor. Bernd Törkel beruhigt allerdings, dies sei im Grunde nur der Terminus technicus für normale Zwischenfälle wie eben Staus.<BR><BR>Damit sich Lkw-Fahrer, die nicht über eine On-Board-Unit (OBU) verfügen, gar nicht erst zum manuellen Buchen in die Warteschlangen einreihen müssen, könnten sie sich vorab über das Internet einbuchen, betonte Törkel, oder aber über eines der privatwirtschaftlichen Callcenter, die diesen Service anbieten. An den manuellen Buchungssystemen können Lkw-Fahrer übrigens schon drei Tage vor Fahrt das Ticket ziehen - also bereits ab 29. Dezember. Nach einer Umfrage von Toll Collect unter rund 50 Spediteuren werden nur neun Prozent die manuelle Einbuchung wählen.<BR><BR>280 000 OBUs werden bis Jahresende eingebaut sein. Dass das ursprüngliche Ziel, 500 000 Geräte einzubauen, nicht erreicht worden sei, sei keine Frage von deren Verfügbarkeit, betont Törkel: "Es ist deshalb nicht gelungen, weil die Nachfrage nicht da war."<BR>

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