Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

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Maut-Theater: Ausgang ungewiss

- München - Der 1. Januar 2005 ist für die Bundesregierung ein Schicksalstag. Nicht nur, dass Wirtschaftsminister Clement bis dato die Hürde Hartz IV überspringen muss. Auch Manfred Stolpe, sein Kollege im Verkehrsministerium, soll zum Jahreswechsel einen Startschuss abfeuern: für die Lkw-Maut. Noch ist aber unklar, ob Toll-Collect den Termin halten kann.

<P>Ein Blick zurück: Am 31. August 2003 hätte für Lastwägen auf deutschen Autobahnen das Maut-Zeitalter anbrechen sollen. Doch das Betreiberkonsortium um Daimler-Chrysler, Telekom und Cofiroute brachte das aufwändige System nicht zum Laufen. Nachdem die Einführung mehrmals verschoben wurde und das Verkehrsministerium den Auftrag entnervt kündigte, konnten sich die Beteiligten nach langem Hin und Her im Februar doch noch auf den neuen Starttermin einigen.</P><P>Seitdem ist das Pannenprojekt einige Schritte vorangekommen, wie ein Praxistest im Mai zeigte. Bei 41 Lastern verschiedener Speditionen hatte Toll-Collect die "On Board Unit" (OBU) in der Fahrerkabine montiert. Mit Hilfe dieser Kästen wird automatisch gemessen werden, wie viele Kilometer die Fahrzeuge auf mautpflichtigen Strecken zurücklegen. Dann rollten die Brummis zwei Wochen durchs Land. Das Ergebnis: Rund 99 Prozent der 5100 mautpflichtigen Autobahnabschnitte sowie aller 6000 Autobahnein- und -ausfahrten erkannte das System. "Alles war im Lot", sagt Herbert Nickenig, Maut-Experte beim Deutschen Speditions- und Logistikverband, von dem einige Mitgliedsfirmen an dem Test teilnahmen.</P><P>Toll-Collect bemüht sich nun, die Erkennungsquote zu erhöhen und letzte Softwarefehler auszubügeln. Gleichzeitig bauen Servicepartner seit Juli bundesweit die OBUs ein. Das Mautunternehmen will den 1. Januar dennoch nicht garantieren: "Derzeit spricht aber nichts dagegen", sagte eine Sprecherin unserer Zeitung. Beim Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung sieht man das anders: "Die Chancen stehen 50 zu 50", so Verbands-Vize Adolf Zobel. "Wenn das System bei 40 LKWs funktioniert, heißt das nicht, dass es bei 500 000 funktioniert." Auch Herbert Nickenig fürchtet, dass das System der "Massenhaftigkeit" nicht Stand hält. Zudem gebe es Probleme mit der Abrechnung.</P><P>Sollte Toll-Collect den Start erneut kippen, drohen Geldbußen von 40 Millionen Euro pro Monat. Allerdings hoffen die Beteiligten, dass das Mauttheater ein glimpfliches Ende nimmt: "Nach menschlichem Ermessen wird das jetzt funktionieren", sagte Manfred Stolpe kürzlich. Auch Christoph Bellmer, der mittlerweile dritte Toll-Collect-Chef, bemüht sich um Schönwetter: "Wir liegen voll im Zeitplan."</P>

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