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Ist McDonald‘s Opfer eines Hacker-Angriffs geworden? Die Antwort lautet wohl: Nein.

Homepage ganz in schwarz

McDonald‘s gehackt? Das steckt dahinter

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Ganz in schwarz präsentierte sich die Homepage des Fast-Food-Riesen McDonald‘s am Dienstag - die Seite sei in der Hand der Gruppierung „P.V.U.I.“, ist dort zu lesen.

München - Wenn Homepages großer Konzerne von Aktivisten gekapert werden, durchfährt den User schon mal ein wohliger Schauder... ein Hauch von Anarchie im World-Wide-Web! Am Dienstagvormittag war es augenscheinlich wieder mal soweit. Diesmal bei McDonald‘s: Die Startseite des Burger-Giganten zeigte sich in mattem Schwarz. Dazu gab‘s eine Botschaft: „Hier ist P.V.U.I. und heute sind wir dran!“

Was beinahe wie „Pfui!“ und damit wie ein Zusammenschluss von Tierrechtlern oder Lebensmittel-Aktivisten klingen könnte, ist allerdings offenbar eher ein PR-Gag. Denn die „McD-Wahrheiten“, die der „Professionelle Verband der Untergrund Idealisten“ auch über McDonald‘s‘ Seiten bei Twitter, Facebook und Co. verbreitet, lesen sich eher absurd - oder häufig auch verräterisch schmeichelhaft.

„Geniale Aktion“? - „Dankechön“, antworten die vermeintlichen Aktivisten

„P.V.U.I. sagt: Die Schweine von McDonald‘s packen echtes Rindfleisch in Ihre Bürger“, heißt es etwa in einem Tweet. „Super-aufdringlich: McDonald’s liefert Essen sogar nach Hause!“ in einem anderen. „Fisch ist doch nicht eckig! #pvuikenntdiewahrheit“, klärten die vermeintlichen Aktivisten in einem Facebook-Post auf.

Weitere Indizien für eine konzertierte Marketing-Aktion: Bereits seit dem Morgen lief die Kampagne ungestört über alle Kanäle des Konzerns. Eine Anfrage der Webseite wunderweib.de beantwortete die Pressestelle überaus entspannt mit den Worten „wieder einmal werden über uns lautstark Mythen und Gerüchte verbreitet, sogar auf unseren eigenen Kanälen“ - man werde sich „noch im Laufe des Tages dazu äußern“. Im Falle einer echten „feindlichen Übernahme“ wäre die Reaktion wohl nüchterner ausgefallen.

Auf Facebook lieferten die Macher sogar eine kleine, inoffizielle Bestätigung für den Fake-Hack. „Merkt denn hier keiner, die Wortspiele? Was sie hier machen, ist total genial, großes Lob an den Erfinder“, schrieb eine Userin. „Dankechön!“, lautete die Antwort - denn McDonald‘s durchsetzt die im Namen der vermeintlichen Aktivisten abgesetzten Posts durchweg mit Tippfehlern.

Folgt der Shitstorm?

Der kleine Haken an dem Publicity-Stunt: So richtig viral gehen will die Aktion (noch) nicht. So erhielten die Facebook-Posts bis Dienstagmittag jeweils maximal 120 Likes - ein simples Burger-Promo-Video vom Samstag war bei mehr als 400 Likes gelandet.

Nicht auszuschließen auch, dass noch ein kleiner Shitstorm folgen könnte. Schließlich könnte es echten Kritikern des fleischlastigen Fast-Food-Konzerns übel aufstoßen, mit banalen Enthüllungen und Rechtschreibschwächen assoziiert zu werden. Und dann heißt es womöglich wirklich hier und da „Pfui, McDonald‘s“ - mit  „f“, statt mit  „v“.

McDonald‘s hatte erst im Oktober mit einer „geheimen“ Werbebotschaft für Verwirrung gesorgt.

fn

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