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UN-Experten fordern eine Sondersteuer für Junk Food - also industriell gefertigtes, ungesundes Essen.

Kritik am Burgerbrater

McDonald's-Chef: "Wir verkaufen kein Junk-Food"

Oak Brook - Bei McDonald's fallen einem Burger und Fritten ein, also eher ungesundes Essen. Deswegen musste sich Firmenchef Don Thompson allerhand Kritik anhören. Doch er beteuert: „Wir haben uns verändert.“

Es ist eine Neunjährige, von der McDonald's-Chef Don Thompson als erstes in die Mangel genommen wird. Hannah Robertson heißt sie. „Es ist nicht okay, wenn große Unternehmen Kinder zu ungesundem Essen verleiten mit Spielsachen oder Cartoon-Figuren“, sagt sie dem Manager ins Gesicht und meint damit die Happy Meals. Sie erzählt von Altersgenossen mit Diabetes oder Übergewicht. „Herr Thompson, wollen Sie nicht, dass Kinder gesund essen, damit sie ein langes und glückliches Leben führen können?“

Es ist Hauptversammlung bei McDonald's - und bei diesem jährlichen Treffen der Aktionäre entlädt sich deutliche Kritik an der größten Fast-Food-Kette. Doch am Firmenveteranen Thompson prallt sie ab. Er ist seit 23 Jahren dabei und steht seit einem knappen Jahr an der Spitze. „Wir verkaufen kein Junk Food, Hannah“, versichert der Herr über mehr als 34 000 Schnellrestaurants. „Wir verkaufen viel Obst und Gemüse bei McDonald's und wir wollen noch mehr verkaufen.“ Zu den Happy Meals gebe es Äpfel, zählt er auf. Oder Milch. „Wir bieten Salate an für einen Dollar, die kann sich jeder leisten.“

Obst, Gemüse, Milch - fast gebetsmühlenartig wiederholt Thompson die Angebote. Denn immer wieder muss er sich den gleichen Vorwurf anhören, den eine Frau in besonders scharfer Weise formuliert: „Über Jahrzehnte hat McDonald's satte Profite auf Kosten der Gesundheit unserer Kinder gemacht.“ Thompson scheint der Angriff nahe zu gehen: „So wie sie uns beschreiben, sind wir nicht. Wir sind keine Raubtiere“, sagt er. Ja, es gebe Probleme. „Und wir können Teil der Lösung sein“, sagt Thompson. „Aber wir sind nicht der Auslöser für Fettleibigkeit.“ Der durchschnittliche Kunde esse drei bis vier Mal im Monat bei McDonald's.

Spätestens Präsidentengattin Michelle Obama hat in den USA die Diskussion um gesunde Ernährung wieder angestoßen. Sie hatte die größte Supermarktkette Wal-Mart dazu gedrängt, mehr frische Waren anzubieten. Und auch McDonald's steht unter Druck. UN-Experten hatten im vergangenen Jahr sogar eine Sondersteuer für Junk Food - also industriell gefertigtes, ungesundes Essen - gefordert.

McDonald's als Marktführer habe eine besondere Verantwortung, sagt Kia Robertson, die Mutter von Hannah. „Diese Generation hat echte Probleme.“ Sie ist mit ihrer Tochter an diesem Donnerstag zur Hauptversammlung im Städtchen Oak Brook in Illinois gekommen, wo der Fast-Food-Riese seinen Sitz hat. Ihr missfällt besonders die Werbung, die sich an Kinder richtet. „Ronald ist kein schlechter Kerl“, erwidert Thompson und meint damit das Maskottchen Ronald McDonald. „Bei ihm geht es um Spaß. Er ist ein Clown. Ich würde sie deshalb bitten, auch ihren Kinder etwas Spaß zu gönnen.“

Es ist eine Gratwanderung, die Thompson machen muss. Auf der einen Seite darf er seine Stammkundschaft nicht verprellen. „Wir stehen zu unseren Klassikern wie dem Big Mac, unseren weltberühmten Pommes Frites, Hamburgern und Cheeseburgern sowie Chicken McNuggets.“ Sie machten ein Viertel der Verkäufe aus. Auf der anderen Seite muss er auf die Kritik reagieren. „Wir haben uns verändert. ... Wir bieten gutes Essen an.“ Dass die Kritik auf der Hauptversammlung im nächsten Jahr ausbleibt, scheint allerdings unwahrscheinlich.

dpa

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