McDonald's entdeckt das Porzellan

- München - McDonald's springt in Deutschland dem Kaffeehaus-Trend hinterher. Der Fast-Food-Riese plant, bis Ende des Jahres 20 "McCafes" in der ganzen Republik aufzumachen, eines davon in München. Auf den Speisetafeln der Lokale werden keine Hamburger stehen, sondern Espresso, Latte Macchiato, Kuchen und italienische Sandwiches. Serviert wird auf Porzellan. Das Unternehmen mit dem goldenen "M" reagiert damit auf den Erfolg von Ketten wie Starbucks und der San Francisco Coffee Company.

"Der Kaffeemarkt boomt", sagte Deutschland-Chef Adriaan Hendrikx unserer Zeitung. Bereits im Dezember hatte sein Unternehmen fünf Café´s in Norddeutschland aufgemacht, nachdem ein Pilotprojekt in Köln erfolgreich verlaufen war. Dabei wurden und werden die "McCafes" in bestehende Mc-Donald's-Filialen integriert. "Über die Testphase sind wir hinaus", so Hendrikx. "Wenn das Konzept einschlägt, werden wir später weitere Filialen eröffnen."<BR><BR>Mit dem Eintritt in das neue Marktsegment möchte der gebürtige Niederländer die Umsatzbasis von McDonald's Deutschland verbreitern. Den das Fast-Food-Geschäft stagniert und wird härter. So schnappen Konkurrenten wie Burger King und Subway Marktanteile weg. Gleichzeitig schmälert der grassierende Preiskampf die Einnahmen. Dennoch hat sich die größte deutsche Fast-Food-Kette nach einem Umsatzrückgang 2003 wieder gefangen. Im vergangenen Jahr kletterten die Erlöse bei McDonald's um 1,5 Prozent auf den Rekordwert von rund 2,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Gleichzeitig stieg die Zahl der Kunden um zehn auf 751 Millionen. Damit besuchten im Schnitt täglich zwei Millionen Menschen die deutschen McDonald's-Restaurants.<BR><BR>Vor allem die "Ich-liebe-es"-Werbekampagne sowie die laufende Modernisierung der mitunter 30 Jahre alten Filialen sorgten für frischen Wind. Zudem kamen die im April neu eingeführten leichteren Produkte wie Salat, Fruchttüte und Apfelschorle gerade bei weiblichen Gästen gut an. Die Fitness-Schiene macht mittlerweile zehn Prozent der Erlöse aus - und es sollen mehr werden. Ab kommende Woche wird die Palette deswegen unter anderem um einen Griechischen Salat, einen Fladen-Burger und einen frischen Yoghurt-Drink erweitert. Damit und mit den "McCafes" will Hendrikx auch 2005 auf Wachstumskurs bleiben: "Wir planen ein gutes Plus", sagt er, ohne Zahlen zu nennen.<P> </P>

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