McDonald's will mit Kaffee, aber ohne Rauch kräftig wachsen

Neue Filialen: - München ­- Mit mehr Kaffee, aber künftig ohne Zigarettenrauch will McDonald's in Deutschland auf Wachstumskurs bleiben. Auch Tausende Stellen werden aufgebaut.

Deutschlands größte FastFood-Kette McDonald‘s verbannt zum ersten April den blauen Dunst aus allen 1276 heimischen Filialen. Ein Drittel aller Schnellrestaurants sei bereits rauchfrei, ohne dass das zu Umsatzrückgängen geführt habe, sagte Deutschland-Chef Bane Knezevic in der Firmenzentrale in München. Vor allem bei Familien mit Kindern sei das Rauchverbot, das nun auf die gesamte Kette ausgedehnt wird, gut angekommen. Sonst hätte McDonald‘s in Deutschland 2006 kein Rekordjahr mit gut sechs Prozent mehr Umsatz auf knapp 2,6 Milliarden Euro erzielen können.

Für die Zuwächse verantwortlich waren vor allem in bestehenden Filialen zusätzlich eröffnete McCafe-Shops. 216 davon gab es Ende vorigen Jahres bereits, womit McDonald‘s im deutschen Cafe-Markt hinter Tchibo schon die Nummer zwei sei, sagte Knezevic. Jeweils 160 weitere McCafes will der US-Konzern in Deutschland 2007 sowie 2008 aufmachen und damit Marktführer Tchibo nahe kommen. Davon profitiert auch das Personal, das schon im Vorjahr um 3000 Stellen auf bundesweit rund 52 000 Beschäftigte aufgestockt wurde. Bis zu 3000 weitere Arbeitsplätze sollen dieses Jahr neu dazukommen, kündigte der Deutschland-Chef an. Bleibt es für 2008 bei den Wachstumsplänen für McCafe, ist eine ähnliche Dimension auch im nächsten Jahr möglich.

Mit dem McCafe-Konzept wächst McDonald‘s hierzulande erstmals wieder spürbar auf bestehender Fläche und fast ohne neugegründete Filialen. Nur zwölf neue Restaurants wurden im Vorjahr eröffnet. Dieses Jahr soll es netto 25 bis 30 neue Filialen geben, sagte Knezevic. Er zeigte sich zuversichtlich, dass auch dieses Jahr die Umsätze wiederum um fünf bis sechs Prozent wachsen und mehr Kunden zu McDonald‘s kommen. Voriges Jahr zählte die Kette 891 Millionen Besuche, also im Schnitt 2,4 Millionen Gäste täglich.

Die sollen auch durch zunehmend modernes Design der Restaurants im Loungestil zum Konsum stimuliert werden, hofft Knezevic. Insgesamt 170 Millionen Euro hat McDonald‘s im Vorjahr selbst oder über Franchise-nehmer in seine Filialen investiert. Auch dieses Jahr soll dafür eine dreistellige Millionensumme fließen. Schließlich will die Burger-Kette künftig auch mehr Wert auf gesundes Essen legen und beispielsweise weniger Fett in Pommes frites verwenden, sagte Knezevic.

In diesem Punkt ist McDonald‘s bei der Stiftung Warentest gerade unangenehm aufgefallen. Wegen zu fettiger Fritten haben die Warentester die Kartoffelstäbchen von McDonald‘s nur mit "befriedigend" beurteilt, während die Konkurrenz-Fritten von Burger King ein "gut" erhielten.

McDonald‘s Deutschland ist eine der wichtigsten Tochtergesellschaften des US-amerikanischen Konzerns, der weltweit 30 000 Schnellrestaurants betreibt und damit mehr als jeder Konkurrent. Im Gesamtkonzern setzte McDonald‘s 2006 rund 21,6 Milliarden Dollar um und verbuchte dabei 3,5 Milliarden Dollar Nettogewinn. Für einzelne Landesgesellschaften wie Deutschland gibt es keine Gewinnangaben.

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