M-Dax: Solide Rendite in der zweiten deutschen Börsenliga

- Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stehen Aktien aus der 1. Bundesliga - die größten deutschen Aktien, die im Deutschen Aktien Index (Dax) notieren. Die kleineren Werte im darunter geführten M-Dax werden trotz ihrer soliden Entwicklung in der Regel weniger beachtet. Dabei eignen sie sich gerade für Kleinanleger besonders gut zur Beimischung im Aktiendepot.

Wer drin ist

Während im Dax die 30 größten deutschen Werte geführt werden, umfasst der M-Dax die der Größe nach darauf folgenden 50 Werte ohne Technologietitel. Diese werden im separaten Segment Tec-Dax geführt. Die Abgrenzung zwischen M-Dax und Dax richtet sich nach dem Umsatz einer Aktie und der Marktkapitalisierung, also dem Wert eines Unternehmens an der Börse. Die Unternehmen der im M-Dax notierten Aktien stammen sowohl aus der Industrie, etwa dem Maschinenbau, als auch aus Einzelhandel und Finanzbranche.

Steile Kurve

Derzeit notieren die Aktien im M-Dax besonders hoch. Anfang Juni überschritt er zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von 6000 Punkten, Ende Juli stand er schon bei mehr als 6700 Punkten, gestern waren es über 6800.

Große Mittelständler

Mit Beiersdorf, der Postbank und EADS gebe es auch im M-Dax riesengroße Unternehmen, sagt der Vermögensberater Bert Flossbach. Überwiegend seien im M-Dax aber solide Mittelständler vertreten. "Da sind die deutschen Tugenden versammelt", urteilt Hendrik Leber vom Vermögensverwalter Acatis. In der Regel seien das große Anbieter ganz spezieller Techniken oder Produkte, die in ihrer Nische oft Weltmarktführer seien.

Chance in der Nische

Tendenziell herrscht in den M-Dax-Unternehmen laut Bert Flossbach außerdem weniger Quartalsdenken. Die Wertentwicklung der Aktien laufe daher vergleichsweise wenig Gefahr, "den größenwahnsinnigen Träumen eines Managements anheim zu fallen", so Hendrik Leber. Für Anleger, die Aktien gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen sind, seien die Aktien aus dem M-Dax daher in der Regel eine gute Wahl. "Wenn ich in meinem Segment die Nummer eins bin, ist natürlich ein hohes Gewinnwachstum möglich, so lange das Geschäft läuft", sagt Markus Wallner, Aktienstratege bei der Deutschen Bank. Die Fixierung auf ein Nischenprodukt sei gleichzeitig aber auch eine Gefahr. Große Konzerne hätten in Krisenzeiten mehr Möglichkeiten, ein stockendes Geschäft aufzufangen. Die im M-Dax geführten Unternehmen hätten aber den Vorteil, dass sie aus Krisen in der Regel schnell wieder heraus fänden.

Nach Worten von Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg macht zudem die Einzigartigkeit ihrer Produkte viele Unternehmen im M-Dax resistenter gegen Preisschwankungen. Verwerfungen im globalen Markt träfen sie daher oft weniger stark.

Leichter Einstieg

Kleinanlegern erscheine der Einstieg in den M-Dax möglicherweise gangbarer als ein Investment in den Dax, da sich bei den Titeln der großen Konzerne eine hohe Zahl institutioneller Anleger tummele. "Ein Kleinanleger, der 20 000 oder 30 000 Euro in Aktien investieren will, kann das gut in praktisch jedem M-Dax-Wert tun", sagt Bert Flossbach.

Nur beimischen

Einfacher kalkulierbar ist das Risiko einer solchen Aktien- oder Fondsanlage oder eines Zertifikats auf den M-Dax den Experten zufolge aber nicht: "Es gibt nur gute und schlechte Aktien", sagt Bert Flossbach. Auch im M-Dax komme es in der kurzfristigen Kursentwicklung bei jedem Titel auf die individuellen Unternehmensnachrichten an, ob ein Wert am Aktienmarkt Erfolg hat, fügt Markus Wallner hinzu. Aus diesen und anderen Gründen würden M-Dax-Werte üblicherweise nur zur Beimischung in geringem Umfang im Aktiendepot verwendet, so Uwe Streich. Eine sichere Gewinnbasis böten nach wie vor vor allem die großen Dax-Werte.

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