Schlechtester Wert seit 20 Jahren: Umfrage-Schock für die CSU

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Erich Kellerhals, der Mitgründer der Elektronikkette Media Markt, im August 2014. Foto: Franz Neumayr

Streitlustig bis zuletzt

Media-Markt-Mitbegründer Kellerhals ist tot

Die Gründung der Elektronikkette Media Markt machte Erich Kellerhals zum Milliardär. Doch am Ende musste der Unternehmer um seinen Einfluss bei Media-Saturn kämpfen. Das tat er bis kurz vor seinem Tod.

Ingolstadt (dpa) - Er war einer der reichsten Männer Deutschlands und einer der streitlustigsten - zumindest wenn es um sein wichtigstes Werk, den Media Markt, ging: Erich Kellerhals.

Der Mitbegründer der bekannten Elektronikmarkkette starb am 25. Dezember im Alter von 78 Jahren im Kreis seiner Familie, wie ein Sprecher seines Unternehmens am Donnerstag bestätigte. Zuvor hatten mehrere Medien über den Tod des Milliardärs berichtet.

Die Geschichte des Selfmade-Milliardärs könnte aus einem Hollywood-Film stammen: 1963 eröffnet der Unternehmer gemeinsam mit seiner Frau Helga in Ingolstadt ein Geschäft, das Fahrräder, Kohlenherde und später auch Elektrogeräte verkaufte. Über die Jahre entstehen eine Reihe von Filialen in Bayern.

Doch der große Wurf gelingt Kellerhals, als er zusammen mit den Partnern Walter Gunz und Leopold Stiefel 1979 in München den ersten Media Markt eröffnet - einen Fachmarkt für Elektronikgeräte auf der grünen Wiese. Das Besondere daran: Die Geschäftsführer der Märkte sind am Unternehmen beteiligt und daher besonders motiviert.

Das Rezept funktioniert, die Kette wächst. 1988 wird Media Markt von der Kaufhof Warenhaus AG übernommen, die ihrerseits die Elektronikkette Saturn in die Ehe einbringt. Mit dem Verkauf beginnt die eigentliche Expansion - in Deutschland und international. Heute verfügt die Media-Saturn-Gruppe über mehr als 1000 Läden in Europa und ist in neun Ländern Marktführer.

Doch Kellerhals hat sich nicht ganz von Media Markt getrennt. Er behält einen Minderheitsanteil von gut 20 Prozent an der Elektronikkette. Daran ändert sich auch nichts, als der Kaufhof in der neugegründeten Metro AG aufgeht. Für Kellerhals zahlt sich das aus. Das "Manager Magazin" schätzte das Vermögen von Erich und Helga Kellerhals erst kürzlich auf rund drei Milliarden Euro. Damit gehörte das Paar in der "Reichenliste" des Magazins zu den Top 50 in Deutschland.

Doch Kellerhals behält nicht nur eine Beteiligung, er lässt sich vertraglich auch weitgehende Mitspracherechte garantieren. Und das wird plötzlich zum Streitpunkt, als die Elektronikkette mit dem Siegeszug des Online-Handels in wachsende Turbulenzen gerät.

Denn nun kommt es zum lautstarken Streit zwischen der damaligen Metro-Führung unter Vorstandschef Eckhard Cordes und dem selbstbewussten Minderheitsaktionär der Media-Saturn-Gruppe. Kellerhals hält wenig von der Handelskompetenz der Metro-Führung und sieht "sein" Unternehmen auf falschem Kurs. Die Metro empfindet Kellerhals als Bremser, der die Neuausrichtung behindert.

Der Streit eskaliert schnell: Cordes versucht, die Macht von Kellerhals zu beschneiden - und der wehrt sich erbittert. "Das war eine Kriegserklärung", sagte Kellerhals später in einem Gespräch mit der "Zeit" über diesen Moment. Die Metro habe sein Lebenswerk bedroht, meint er bei anderer Gelegenheit.

Die Folge: Es kommt zu einer Flut von Gerichtsverfahren zwischen Kellerhals und der Metro: Um die Besetzung von Führungspositionen, um Firmenzukäufe und ganz generell um die Frage, wer bei Media-Saturn wie viel zu sagen hat. Doch meist siegt die Metro. Auch die im Juli 2017 vollzogene Aufspaltung der Metro in einen Lebensmittel- und eine Elektroniksparte kann Kellerhals trotz einer Klage nicht verhindern.

Doch mit dem Tod des Unternehmers am 1. Weihnachtstag war der Streit zumindest für einen Moment vergessen. Die Metro betonte: "Wir haben mit Betroffenheit vom Tod von Erich Kellerhals erfahren." Und hob die "unternehmerische Leistung" des langjährigen Kontrahenten hervor. Der Vorstand des Media-Markt-Mutterkonzerns Ceconomy zollte der "bemerkenswerten Unternehmerpersönlichkeit" Respekt.

Weniger pietätvoll zeigte sich die Börse. Der Kurs der Ceconomy-Aktie stieg am Donnerstag nach der Todesnachricht zeitweise um mehr als sechs Prozent. Mit dem Tod des Unternehmers steige die Wahrscheinlichkeit, dass bestehende Konflikte eher früher als später gelöst würden, begründete ein Analyst die Reaktion der Börsianer.

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