Wegen Corona-Pandemie

Kahlschlag bei Media-Markt-Saturn: 1000 Mitarbeiter müssen gehen, 13 Filialen vor dem Aus

  • Thomas Schmidtutz
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Die größte deutsche Elektronikkette Media-Markt-Saturn steht vor einem tiefgreifenden Konzern-Umbau. Zahlreiche Filialen werden dichtgemacht, 1000 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe.

Ingolstadt/Düsseldorf – Die Elektronikkette Media-Markt-Saturn plant angesichts der Nachfrageverschiebung Richtung Onlinehandel einen drastischen Personalabbau. Bis zum Herbst 2022 will der Elektronikhändler insgesamt 1000 Stellen streichen. 13 der 419 Märkte würden voraussichtlich geschlossen, berichtete die Deutschland-Geschäftsführung des Unternehmens in einem Brief an die Mitarbeiter. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuvor hatte auch die Lebensmittelzeitung darüber berichtet.

Die Corona-Pandemie habe das Einkaufsverhalten nachhaltig verändert, begründete die Geschäftsleitung die geplanten Einschnitte ins Filialnetz. Immer mehr Kunden würden ihre Ware online bestellen. Der E-Commerce-Anteil am Gesamtumsatz habe sich im laufenden Geschäftsjahr mehr als verdoppelt. Dies zwinge das Unternehmen, Anzahl und Größe der stationären Märkte auf die neuen Gegebenheiten auszurichten. Zuletzt hatte sich das Unternehmen auch rechtlich gegen die Zwangsschließungen wegen des Lockdowns gewehrt.

Media-Markt-Saturn: Corona hat das Nachfrageverhalten verändert - 1000 Jobs vor dem Aus

„Vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht der Geschäftsführung unumgänglich, von den derzeit 419 Märkten in Deutschland voraussichtlich 13 Märkte zu schließen“, hieß es in dem Schreiben. Die betroffenen Filialen ließen sich nach sorgfältiger Analyse nicht dauerhaft wirtschaftlich betreiben. Durch die Schließungen, aber auch durch eine neue Organisationsstruktur in den Märkten würden bis Ende September 2022 „voraussichtlich bis zu 1000 Arbeitsplätze wegfallen“. Doch würden an anderer Stelle neue Arbeitsplätze geschaffen.

Der Stellenabbau in Deutschland ist Teil eines konzernweiten Sparprogramms, das der Elektronikhändler bereits im vergangenen August angekündigt hatte. Europaweit könnten nach früheren Angaben sogar bis zu 3500 Stellen wegfallen. Erst zum Jahresende hatte der Konzern seinen traditionsreiches Geschäft auf der Theresienhöhe in München geschlossen. (dpa/utz) *24Rhein ist Teil von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser

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