Media-Saturn-Chef prognostiziert

Bei 25 Prozent Online-Marktanteil "ist Schluss"

Frankfurt/Main - Online-Händler graben dem klassischen Einzelhandel immer mehr das Wasser ab. Einzelnen Branchen, wie dem klassischen Buchhandel, bereitet das ernsthafte Probleme.

Der Chef der Elektronikkette Media-Saturn, Horst Norberg, prophezeit dem boomenden Onlinehandel Wachstumsgrenzen. "Ich würde denken, bei 25 Prozent Marktanteil insgesamt ist Schluss", sagte Norberg der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Irgendwann setzt eine Gegenbewegung ein, dann wollen die Leute die Qualität von Ton und Bild mit eigenen Ohren, eigenen Augen erfahren."

Aktuell sieht Norberg aber immer noch ein stürmisches Wachstum des Onlinegeschäftes mit Elektronik. "Wir haben den Internetumsatz voriges Jahr verdoppelt, 2014 werden zehn Prozent der Erlöse im Netz zusammenkommen, mittelfristig werden wir diesen Anteil nochmals verdoppeln."

Parallel dazu soll das Netz der Media-Märkte und Saturn-Läden stark steigen. "942 Märkte weltweit haben wir im Moment, 40 bis 50 neue sollen jedes Jahr dazukommen", sagte Norberg. Vor diesem Hintergrund drohten der Belegschaft keine Kürzungen: "Die bestehenden Jobs sind sicher", sagte der Chef der größten europäischen Elektronikkette. "Wir brauchen sogar neues Personal für neue Märkte." Nur in der Hauptverwaltung würden keine neuen Stellen aufgebaut. "Um die Schlagzahl zu erhöhen, legen wir Media und Saturn in Deutschland zu einer einzigen Landesgesellschaft zusammen."

Kritisch äußerte sich Norberg über den fortwährenden Streit zwischen den Eigentümern von Media-Saturn. "Mir wäre es lieber, wenn unsere Eigentümer ihre Auseinandersetzungen nicht öffentlich austragen würden", sagte Norberg. "Und ja, die internen Abstimmungsprozesse werden dadurch nicht einfacher." Er wolle sich allerdings nicht einmischen, "das ist Sache der Gesellschafter". Mehrheitseigner ist der Handelskonzern Metro, Minderheitseigner mit Sperrminorität ist der Geschäftsmann Horst Kellerhals. Beide Seiten streiten seit Jahren auch vor Gerichten über Strategie und Einfluss.

dpa

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