Machtkampf bei Elektrogroßhändler

Media-Saturn-Streit: Erste Einigung

München - Stellenanzeige aus Netz genommen: Zumindest einen Punkt der Einigung gibt es im Machtkampf um Europas größten Elektrogerätehändler Media-Saturn zwischen den Eigentümern.

Im Machtkampf um Europas größten Elektrogerätehändler Media-Saturn gibt es zwischen den Eigentümern zumindest in einem Punkt eine Einigung: Nach einer außergerichtlichen Verständigung mit dem Mehrheitseigner Metro nahm der Firmengründer Erich Kellerhals eine Stellenanzeige aus dem Netz, wie das Landgericht Ingolstadt am Montag mitteilte. In der Anzeige hatte Kellerhals, der etwa 22 Prozent an Media-Saturn hält, nach einem Nachfolger für den mittlerweile zurückgetretenen Firmenchef Horst Norberg gesucht, zu dem er vor dessen Abgang immer stärker auf Distanz gegangen war.

Aber auch mit dem kommissarischen Media-Saturn-Chef Pieter Haas ist Kellerhals nicht einverstanden. Sein Versuch, Haas abzusetzen, scheiterte in der vergangenen Woche. Haas ist Metro-Vorstand und war nach Ingolstadt entsandt worden, um die noch von Norberg angestoßene Neuausrichtung der Elektronik-Kette voranzutreiben.

Nach einem Zeitungsbericht sieht Kellerhals in dieser Doppelfunktion von Haas einen Interessenskonflikt, denn die Metro sei über die Elektrosparten ihrer Töchter Kaufhof und Real ein Konkurrent von Media-Saturn. Kellerhals hat auch eine Einstweilige Verfügung beantragt, mit der er Haas seine Tätigkeit bei Media-Saturn untersagen lassen will. Darüber will das Landgericht Ingolstadt am 22. Juli verhandeln. Die Metro und Kellerhals streiten seit längerem auch vor Gericht darüber, wer das Sagen bei Media-Saturn hat.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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