Medienbericht: Bis zu 3000 Stellen bei Siemens bedroht

Hamburg/ München - Der Konzernumbau bei Siemens führt nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung zu weiterem Personalabbau.

Wie die Zeitung am Samstag berichtet, will Deutschlands größtes Industrieunternehmen nach dem Verkauf der Verkehrstechnik-Sparte VDO an Continental bundesweit 2000 bis 3000 Arbeitsplätze bei Siemens Enterprise Networks (SEN) streichen. Der Stellenabbau solle nach Informationen aus Unternehmenskreisen in erster Linie die Verwaltung und Produktion betreffen und stehe im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des bereits ausgegliederten Bereichs, der Firmen mit Telefon- und Kommunikationsanlagen beliefert. Weltweit seien in dem Bereich 17 500 Menschen beschäftigt. Von den 6200 Beschäftigten in Deutschland arbeiten 1700 an verschiedenen Standorten am Hauptstandort München.

Hintergrund der anstehenden Restrukturierungsmaßnahme ist dem Bericht zufolge die Aufgabe des klassischen Handels mit Telefonanlagen, der lange Zeit zum Kerngeschäft des vor 160 Jahren gegründeten Industriekonzerns gehörte. Vorstandschef Peter Löscher wolle nur noch die Bereiche Medizintechnik, Energieanlagen und Industriegeschäft ausbauen. Der Personalabbau diene aber nicht nur dem Zweck, die schon seit längerem zum Verkauf anstehende SEN attraktiver zu machen. Hinzu komme der Preisverfall durch neue Anbieter wie Microsoft oder chinesische Unternehmen sowie der Technologiewandel im Anlagengeschäft.

Die Gewerkschaft IG Metall äußerte sich tief beunruhigt über den Vorgang. Der bayerische Bezirksleiter Werner Neugebauer sagte der Zeitung: "Siemens steht in der Verantwortung für die Beschäftigten, einen zweiten Fall BenQ darf es nicht geben. Wir werden von Siemens und dem Käufer verbindliche und überprüfbare Beschäftigungszusagen fordern."

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