Medienimperium

Murdoch profitiert von Sky Deutschland

New York - Fernsehen bleibt die Goldgrube für Rupert Murdoch. Der Medienzar konnte zuletzt vor allem davon profitieren, dass er die Mehrheit am Bezahlsender Sky Deutschland übernommen hatte.

Mit der mehrheitlichen Beteiligung am Bezahlsender Sky Deutschland hat Medienmogul Rupert Murdoch sein Reich deutlich vergrößert: Im dritten Geschäftsquartal von Januar bis März stieg der Umsatz seines US-Konzerns News Corp. auf gut 9,5 Milliarden Dollar (7,2 Mrd Euro). Das waren 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wobei der Löwenanteil des Zuwachses durch die Einbeziehung der deutschen und einer australischen Tochter kam.

Murdoch hatte seine Beteiligung an Sky Deutschland auf 55 Prozent aufgestockt, wodurch der Bezahlsender nun in die Bilanz der News Corp. einfließt. Dieser Effekt sowie Beteiligungsverkäufe führten auch dazu, dass der Konzerngewinn sich auf 2,9 Milliarden Dollar verdreifachte. Operativ konnte die News Corp. dagegen kaum mehr verdienen, wie der Konzern am späten Mittwoch (Ortszeit) in New York bekanntgab.

Bislang hatte der Bezahlsender dem Medienmogul vor allem Kummer bereitet: Er hatte sich 2008 beim Sky-Vorgänger Premiere eingekauft und den Anteil seitdem kontinuierlich ausgebaut, da er immer wieder Geld zuschießen musste. Insgesamt pumpte der Medienkonzern rund 1,6 Milliarden Euro in das Münchener Unternehmen. Zuletzt gab es bei Sky Deutschland operative Fortschritte - unter dem Strich stehen aber immer noch hohe Verluste.

Dass Murdoch Sky enger an die Mutterfirma binden will, zeigte auch die Entsendung seines Sohnes James in den Aufsichtsrat. Er sitzt seit Mitte April zusammen mit anderen News-Corp.-Managern in dem Gremium. Die Zahl der Sky-Kunden stieg zuletzt auf 3,4 Millionen.

Geld verdient Murdoch vor allem mit seinen amerikanischen Fox-Fernsehsendern sowie mit seiner Filmsparte rund um das Studio 20th Century Fox. Auch sie trugen zu dem Umsatzsprung zu Jahresbeginn bei. Dagegen lief das vor der Abspaltung stehende Verlagsgeschäft mit dem Flaggschiff „Wall Street Journal“ schlechter. Gegen Ende des Geschäftsjahres im Juni solle die Trennung über die Bühne gehen, erklärte Murdoch.

Das Verlagsgeschäft, wozu auch die britischen Zeitungen „Times“ und „Sun“ gehören, wird den Namen News Corporation behalten. Die elektronischen Medien werden unter 21st Century Fox firmieren. Auch der Rivale Time Warner hatte jüngst angekündigt, seine Zeitschriftensparte mit bekannten Titeln wie „Time“, „People“, „Sports Illustrated“ und „Fortune“ bis zum Jahresende abzuspalten.

dpa

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