Medizinische Helfer für weltweiten Einsatz - produziert mit Familiensinn

- Mammendorf - Krankenhausaufenthalte sind uns allen ein Greuel. Aber wenn es denn schon sein muss, dann verlassen wir uns darauf, dass wir die best mögliche Behandlung erhalten. Dafür sorgen - vom Patienten relativ unbeachtet - auch viele technische Geräte. Eine ganze Reihe dieser hoch spezialisierten Helfer, die beinahe weltweit im Einsatz sind, kommt aus einer kleinen Firma in Mammendorf, einem 4000-Seelen-Ort westlich von Fürstenfeldbruck.

<P>Das MIPM GmbH-Mammendorfer Institut für Physik und Medizin entwickelt und produziert medizinische Geräte, die während einer Kernspintomographie eingesetzt werden können, ohne die Magnetfelder zu stören oder selbst davon gestört zu werden. Auf die meisten der Apparate hat MIPM Patente, wie auf eine Reflexionssonde, mit der beim Baby während der Geburt die Sauerstoffsättigung gemessen wird. <BR><BR>Der Schwerpunkt liegt aber immer mehr im Bereich der Kernspintomographie. Für diesen Markt hat das MIPM weltweit nur zwei bis drei Mitbewerber. Eine kernspintaugliche Medikamentendosieranlage ist derzeit sogar ein einzigartiges Produkt. Geschäftsführer Michael N. Rosenheimer ist stolz auf seine firmeneigenen Entwicklungen: "Wir haben neue Produkte, mit denen wir den Weltmarkt aufrollen wollen." Angst vor unliebsamen Nachahmern hat er nicht. "Unsere Geräte sind so kompliziert, dass sie keiner nachbauen kann", ist der Mammendorfer überzeugt.<BR><BR>Die eigene Fertigungsabteilung erledigt auch Entwicklungsaufträge großer Firmen. Dabei spielt der Zeitfaktor eine wichtige Rolle: schnell soll es gehen, Qualität, Service und Wartung müssen stimmen. Die Aussichten auf dem internationalen Markt beurteilt der Chef als sehr gut. Im vorigen Jahr gründete er in Amerika das Tochterunternehmen Da Vinci Medical. Ein Vertag mit den Amerikanern sichert auf zehn Jahre einen satten Umsatz. Die Märkte der Zukunft sieht Rosenheimer außerdem in China, Vietnam und Indien.<BR><BR>Gegründet wurde das Unternehmen 1982, 1987 erwarb der Elektrotechnik-Ingenieur, gerade mit dem Studium fertig, 30 Prozent der Anteile. Vier Jahre später kaufte er die restlichen Anteile und startete mit einem Schreibtisch, einem PC und einem Mikroskop "blauäugig ins Geschäftsleben", wie er heute weiß. Das Wagnis ging gut und vor vier Jahren bezog das Unternehmen eine selbst umgebaute Lagerhalle im neuen Gewerbegebiet in Mammendorf. 20 Leute sind derzeit dort beschäftigt, die alle wie Pech und Schwefel zusammen halten. Das Führungstrio besteht aus Michael N. Rosenheimer, seiner Frau Elisabeth, die für Buchführung und Gehälter zuständig ist, und Hans Schwaiger.<BR><BR>Zwei große Ziele gibt es für die nächste Zeit: einen eigenen Vertrieb aufbauen und die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Einen Vertrieb aufzubauen koste zwei Jahre Gewinn, aber Rosenheimer meint: "Wir haben wahnsinnig tolle Produkte und können sie so nicht optimal vermarkten." Die angestrebte Aktiengesellschaft soll es ermöglichen, die Mitarbeiter leichter am Gewinn zu beteiligen, ohne die Entscheidungsgewalt aus der Hand zu geben. <BR><BR>Ein Gedanke liegt dem 47-jährigen Vollblutunternehmer heute schon am Herzen: die Nachfolge. Eine seiner drei Töchter, die 17-jährige Jennifer macht gerade eine Lehre als Industrieelektronikerin in der elterlichen Firma. "Ich musste ihr das zwar erst schmackhaft machen, aber es ist auf fruchtbaren Boden gefallen", ist Rosenheimer überzeugt.</P>

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