+
Klingel an einer Villa der Firmengruppe S&K. Die mutmaßlichen Immobilienbetrüger sollebn ihre Opfer um 240 Millionen Euro betrogen haben. Foto: Roland Holschneider

Mega-Anklage gegen S&K-Immobilienhändler

Frankfurt/Main (dpa) - Ihre Opfer sollen sie um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben - nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben gegen die zwei Gründer der mutmaßlich betrügerischen Immobiliengruppe S&K.

Die Frankfurter Ermittler werfen Jonas K. und Stephan S. sowie fünf weiteren Beschuldigten in ihrer Anklage schweren Betrug und schwere Untreue vor. "Diese 240 Millionen, die wir hier als Schaden haben, sind ja nur pars pro toto. Es ist sicherlich von einem viel größeren Gesamtschaden auszugehen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Albrecht Schreiber am Dienstag in Frankfurt.

Die Angeklagten schweigen bislang zu den Vorwürfen. Sie sollen mit einem Schneeballsystem Anleger bei Immobiliengeschäften um ihr Vermögen geprellt haben. Das Geld sollen sie zum großen Teil mit einem aufwändigen Lebensstil verprasst haben. Bei ihnen konnten der Staatsanwaltschaft zufolge Vermögensgegenstände im Wert von 55 Millionen Euro für die Geschädigten gesichert werden. Nur maximal 20 Millionen Euro gaben sie laut Anklage an Anleger zurück, die aus dem Geschäft aussteigen wollten.

Die Staatsanwälte gehen von 11 000 Betrugsopfern der Frankfurter Immobiliengruppe und zehntausenden weiteren Geschädigten aus, deren Fondsverwalter in Untreue bei S&K riskante Anlagen kauften. Viele gaben ihre Lebensversicherungen auf, um bei S&K einzusteigen. S&K soll auch bereits bestehende Fondsverwaltungsgesellschaften gekauft und die vorhandenen Mittel abgeschöpft haben. Insgesamt werde gegen 140 Verdächtige ermittelt, darunter Gutachter, Notare, Anwälte und Steuerberater.

Die Anklage gegen die sieben mutmaßlichen Haupttäter umfasst 3150 Seiten. "Was die Komplexität dieses Verfahrens und der Ermittlungen angeht, kann man sagen, dass das sicherlich ein ganz, ganz exponiertes Verfahren ist", sagte Schreiber. Zwei Jahre nach der bundesweiten Razzia gegen die Immobiliengruppe ist es nun Sache des Landgerichts Frankfurt, über die Zulassung der Anklage zu entscheiden.

Die Firmengründer Jonas K. und Stephan S. sitzen seit dem 19. Februar 2013 in Untersuchungshaft. S. hatte sich bei einem Fluchtversuch im September 2013 schwer verletzt, als er während eines Gerichtstermins aus dem Fenster im ersten Stock sprang.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Airbus übernimmt Steuer bei Bombardiers C-Serie
Überraschung in der Flugzeugindustrie: Airbus steigt bei der C-Serie des kanadischen Konkurrenten Bombardier ein. Der Coup ist politisch delikat - denn Bombardier ist im …
Airbus übernimmt Steuer bei Bombardiers C-Serie
Dax kann Marke von 13 000 Punkten nicht halten
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger sind am Dienstag in den letzten Handelsminuten in Deckung gegangen. Der Dax beendete den Tag 0,07 Prozent tiefer bei 12 995,06 Punkten.
Dax kann Marke von 13 000 Punkten nicht halten
Banken und Unternehmen machen Druck auf Brexit-Unterhändler
Je länger sich die Brexit-Verhandlungen hinziehen, desto schwieriger wird es für Unternehmen zu planen. Deshalb macht die Wirtschaft zunehmend Druck. Vor allem die …
Banken und Unternehmen machen Druck auf Brexit-Unterhändler
Staat verdient mehr an Rauchern
Wiesbaden (dpa) - Der deutsche Fiskus hat mehr an Rauchern verdient. Im dritten Quartal wurden 7,2 Prozent mehr versteuerte Zigaretten produziert als im …
Staat verdient mehr an Rauchern

Kommentare